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Interview: Wie klingt Wildnis?

Wilder Wald – Europas Pionier für die Wälder der Zukunft

Naturschutz am Beispiel des Nationalparks Bayerischer Wald

Von alten Bäumen mit bizarren Pilzen und Käferarten bis zu jungem Wald, der auf den von Käfern und Sturm entwaldeten Flächen neu entstehen konnte – all dies gibt es im Bayerischen Wald zu entdecken. Gemeinsam mit 20 prominenten Persönlichkeiten wie Dirk Steffens, Sarah Wiener oder Heinrich Bedford-Strohm vermittelt Alexandra von Poschinger die Bedeutung und den aktuellen Wissensstand zu Biodiversität und Großschutzprojekten.

Alexandra von Poschinger lebt im Bayerischen Wald und fühlte sich schon immer mit ihm verbunden. Sie erzählt also aus erster Hand von der Wildnis vor der Haustür. Sie rät den Lesern, es ihr gleichzutun und gerade auch in stressigen Zeiten öfter Ruhe in der Waldwildnis zu suchen. Die hervorragenden Aufnahmen von malerischen Landschaften, Pflanzen und Tieren lieferte Rainer Simonis, Leiter der Nationalparkdienststelle Finsterau.

Das Buch ist ein absoluter Lesetipp, weil es den „wilden Wald“ großartig beschreibt und gleichzeitig sehr viel Wissenswertes vermittelt.

Verlag Knesebeck
Hardcover, 224 Seiten
ISBN 978-3-95728-409-9
Preis 40,00€

Bestellen Sie das Buch hier.

Neue Wildnis – Nationalparks in Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern besitzt als einziges Bundesland drei Nationalparks: die Vorpommersche Boddenlandschaft, Jasmund und Müritz. Drei Fotografen halten die schönsten Naturmomente der wilden Gebiete in dem Bildband „Neue Wildnis“ fest.

Wildnis und Weite bezeichnen die Bilder der Boddenlandschaft. Der Übergang von Land zu Wasser ist besonders schön. Der Nationalpark Jasmund besticht durch die Küstenszenerie der Kreidefelsen und auch durch die uralten Buchenwälder. Und die außergewöhnlichen Aufnahmen der Seenlandschaft des Müritz Nationalpark laden zum Träumen ein.
Der Bildband mit informativen Texten vermittelt anschaulich, wie Wildnis zu dieser Idylle beiträgt und dass ein Besuch in den drei Nationalparks ein Muss für jeden Naturfan ist.

Lawrenz, M., Reich, J., Vitt, R.

168 Seiten, 152 lackierte Abbildungen
Gebunden, 28 x 24 cm
978-3-944327-79-2
Preis: 28,50€

Hessens Nationalpark wächst

Der Nationalpark Kellerwald-Edersee wächst um 1.950 Hektar. Das ist mehr als ein Drittel der bisherigen Fläche. Das verkündet heute die hessische Umweltministerin Priska Hinz. Für die Natur ist die Erweiterung ein herausragender Erfolg. Nun gehören auch die Wälder an den Steilhängen nördlich des Edersees zu dem Schutzgebiet. Diese gelten als Hessens letzte verbliebene Urwälder. Damit folgt die hessische Regierung einer Empfehlung der hessischen Naturschutzverbände.

An den nördlichen Steilhängen sind die natürlich gewachsenen Wälder bis zu 500 Jahre alt und zählen damit zu den ältesten Deutschlands. Sie bieten einen Lebensraum für außergewöhnliche Arten. Allein 14 sehr seltene Arten von Totholzkäfern konnten Forscher hier nachweisen, aber auch zahlreiche Pilzarten, die nur in alten, natürlichen Wäldern vorkommen.

„Hier entsteht die Wildnis von morgen und der Schutz dieser Flächen leistet einen wertvollen Beitrag für die Naturwaldentwicklung und die Förderung der Biodiversität“, bekräftigt auch Hinz.

Bereits im April 2019 kündigte die hessische Umweltministerin den Schutz der Ederseesteilhänge an. Nach erfolgreichen Gesprächen mit den Eigentümern der neu unter Schutz gestellten Flächen, ist die Erweiterung nun offiziell beschlossen. Damit umfasst der Nationalpark Kellerwald Edersee insgesamt 7.688 Hektar. Zukünftig können sich die Nationalparkgäste demnach auf das Wildniserleben in einem größeren Nationalpark freuen.

„Der Nationalpark macht vor, welche Bereicherung Wildnisgebiete für Menschen und Natur sind. Wir wünschen uns in Hessen noch einige mehr solcher Wildnisgebiete, damit sie für alle auf kurzem Wege erlebbar sind“, so Mark Harthun vom Naturschutzbund NABU Hessen.

 

Weitere Informationen:
Erfahren Sie mehr über den Nationalpark Kellerwald-Edersee
Pressemitteilung des Hessischen Umweltministeriums
Pressemitteilung des NABU Hessen
Zeitungsartikel in der „Gießener Allgemeine“
Entdecken Sie weitere Wildnisgebiete Deutschlands
Warum wir mehr Wildnis in Deutschland brauchen

Nationalpark Bayerischer Wald wird 50

Sechs Nationalparks feiern Jubiläum

Vergrößerung des Nationalparks Bayerischer Wald geplant

Die bayerische Staatsregierung plant, den mehr als 24.000 Hektar großen Nationalpark Bayerischer Wald um 600 Hektar zu erweitern. Der schmale Waldstreifen östlich der Gemeinde Mauth würde Deutschlands ältesten Nationalpark mit dem Nationalpark Šumava im benachbarten Tschechien verbinden. Die Erweiterungsfläche gehört den Bayerischen Staatsforsten.

Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung und Mitglied der Initiative „Wildnis in Deutschland“ begrüßt die Pläne: „Damit wird der bestehende Komplex […] als einer der größten Waldwildnisgebiete Mitteleuropas weiter ausgeweitet. Bayern kann damit dieses Leuchtturmprojekt des Naturschutzes weiter ausbauen.“

Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, bekräftigt: „Es wäre eine sinnvolle Ergänzung zum Bestand – vor allem aus ökologischer Sicht. Wir haben hier seltene Lebensräume wie Hochmoore. Hier leben Auerhuhn, Haselhuhn, Luchse streifen durch die Wälder.“

Die Region muss die Nationalparkerweiterung mittragen. Als nächsten Schritt sind daher Gespräche mit allen Beteiligten geplant.

 

Weitere Informationen:

Fragen-und-Antworten-Video vom Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl
Bürgersprechstunden zur Nationalparkerweiterung
Artikel der Süddeutschen Zeitung
Artikel des Bayerischen Rundfunks BR24
Pressemitteilung des BUND Naturschutz in Bayern
Presseinformation der Gregor Lousider Umweltstiftung
Presseinformation des LBV

Neue Studie zeigt: Hohe Akzeptanz gegenüber bayerischen Nationalparks

Die Akzeptanz und Bekanntheit der bayerischen Nationalparks in der Bevölkerung ist weiter gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommen Würzburger Wissenschaftler um Hubert Job in ihrer neuen Studie „Akzeptanz der bayerischen Nationalparks“. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer, der bayernweiten Online-Befragung, besuchten schon einmal einen der beiden Parks. Darüber hinaus würden 95 Prozent der Befragten für das Weiterbestehen der Nationalparks stimmen, müssten sie sich bei einer anstehenden Wahl dazu positionieren.

Befürwortet werden die beiden Parks auch von den Bewohnern der angrenzenden Gemeinden. Im Vergleich zu einer Befragung aus dem Jahr 2007 hat sich die Zustimmung der lokalen Bevölkerung im Bayerischen Wald um 10 Prozentpunkte auf 86 Prozent gesteigert. Dieses Ergebnis ist für die Wissenschaftler und die Nationalparkverwaltung gleicherweise interessant, denn die größten Akzeptanzdefizite finden sich meist im direkten Umfeld der Nationalparks.

Fokus der Studie lag neben der Analyse der Gesamtakzeptanz daher auf den regionalen Herausforderungen und weiteren Themen wie Tourismus, Landnutzungskonflikten und der Wahrnehmung der Nationalparkverwaltung.

Alle Ergebnisse der Studie ,,Akzeptanz der bayerischen Nationalparks – Ein Beitrag zum sozioökonomischen Monitoring in den Nationalparks Bayerischer Wald und Berchtesgaden“ der Autoren Hubert Job, Maike Fließbach-Schendzielorz, Sarah Bittlingmaier, Anne Herling und Manuel Woltering finden Sie hier.