Wie können Schutzgebiete künftig wirksamer zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen? Ein aktuelles Diskussionspapier der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina betont die zentrale Bedeutung von Schutzgebieten und hebt insbesondere Wildnisgebiete sowie den Prozessschutz als wichtige Bausteine einer zukunftsfähigen Naturschutzstrategie hervor. Konkret empfehlen sie, dass zehn Prozent der Wälder im öffentlichen Eigentum sowie zehn Prozent der Meeresschutzgebiete als Prozessschutzgebiete auszuweisen.
https://wildnisindeutschland.de/wp-content/uploads/2026/10/Leopoldina-Diskussionppapier_2026.png16001980Wildnis in Deutschlandhttps://wildnisindeutschland.de/wp-content/uploads/2024/04/Wildnis_in_Deutschland-Logo-farbig-300x127.pngWildnis in Deutschland2026-10-20 14:56:532026-10-20 15:09:35Diskussionspapier der Leopoldina: Schutzgebiete
Zwei Prozent Wildnis in Schleswig-Holstein, so lautet das gesetzliche Ziel, das doch eigentlich problemlos zu erreichen sein sollte. Fast täglich begegnet einem das Thema in den Medien. Doch wenn es konkret werden soll, stellt sich die Erreichung dieses Ziels schwieriger als erwartet dar. Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist in großen Teilen Wildnis. Hiervon können Bereiche, die zum terrestrischen Teil Schleswig-Holsteins gehören, in die Berechnung
des Zwei-Prozent-Ziels eingehen.
Auch an der Frage, wie groß Wildnisflächen sein müssen, damit Natur dort Natur sein kann, also möglichst ungestörte natürliche Prozesse ablaufen können, scheiden sich die Geister. Aus ökologischer Sicht gilt: Je größer die Flächen, umso besser. Im Rahmen der Nationalen Biodiversitätsstrategie wurden daher 500 bis 1.000 Hektar als Mindestgröße festgelegt. Die lang anhaltenden landschaftlichen und standörtlichen Veränderungen haben jedoch dazu geführt, dass natürliche, ungestörte Natur nur noch sehr eingeschränkt und meist sehr kleinflächig vorhanden ist. Außerdem soll Natur, sollen auch Wildnisgebiete mit den in ihnen stattfindenden natürlichen Prozessen grundsätzlich für alle erlebbar und umweltpädagogisch nutzbar sein.
Vor diesem Hintergrund sind in Schleswig-Holstein, dem Bundesland mit dem größten Anteil an landwirtschaftlicher Fläche und dem geringsten Waldanteil, durch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume bislang etwa 220 Wildnis- und Wildnisentwicklungsgebiete ermittelt worden. Die Studie wurde 2021 herausgegeben durch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (LLUR).
https://wildnisindeutschland.de/wp-content/uploads/2026/06/Schlwesig-Holstein_Wildnispotenzialstudie.jpg16001980Wildnis in Deutschlandhttps://wildnisindeutschland.de/wp-content/uploads/2024/04/Wildnis_in_Deutschland-Logo-farbig-300x127.pngWildnis in Deutschland2026-06-30 15:38:332026-06-30 15:38:33Entwicklung von Wildnisgebieten in Schleswig-Holstein
Wildnis zu finden, ist heute nicht nur in Europa, sondern auch und gerade in Deutschland und Sachsen nicht einfach. In Sachsen können zwei Gebiete mit viel Wohlwollen als Wildnisgebiete bezeichnet werden: Teile des Nationalparks Sächsische Schweiz und des Naturschutzgebiets Königsbrücker Heide. Zusammen haben die beiden „wilden“ Kernzonen dieser Schutzgebiete gut 100 Quadratkilometer Fläche – nehmen also nur gut ein halbes Prozent der Landesfläche Sachsens ein.
Deshalb haben die beiden Naturschutzverbände die vorliegende Studie in Auftrag gegeben, um zu ermitteln, ob es in Sachsen nicht noch mehr Flächen gibt, die relativ unproblematisch als Wildnisflächen ausgewiesen werden könnten. Als Kriterien hierfür haben die Verbände im Einklang mit vielen anderen Natur schutzverbänden eine Mindestgröße für derartige Flächen und eine weitestgehende Unzerschnittenheit durch Verkehrswege, Siedlungsräume und andere Landnutzer festgelegt. Würden diese Flächen unter Schutz gestellt, könnte viel Wildnis in Sachsen neu entstehen, wenn sich die Natur auf diesen Flächen wieder frei und vom Menschen weitestgehend unbeeinflusst entwickeln könnte. Wie die vorliegende Studie zeigt, wäre es durchaus möglich, sofort oder in naher Zukunft Flächen als Wildnis auszuweisen und damit der Natur wieder Raum zu geben – in einem zweiten Schritt müssten dann diese Gebiete wieder miteinander vernetzt werden, damit Arten sich wieder frei entwickeln können. Die Studie zeigt auch, wo sich welche potenziellen Zielkonflikte ergeben könnten.
Die Studie wurde 2019 im Auftrag von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Sachsen e. V. und NABU (Naturschutzbund Deutschland) erstellt.
https://wildnisindeutschland.de/wp-content/uploads/2026/06/wildnisstudie-sachsen.jpg16001980Wildnis in Deutschlandhttps://wildnisindeutschland.de/wp-content/uploads/2024/04/Wildnis_in_Deutschland-Logo-farbig-300x127.pngWildnis in Deutschland2026-06-18 10:15:382026-06-30 15:40:44Wildnisstudie Sachsen
Über Jahrhunderte unterdrückte natürliche Prozesse wie Überschwemmungen und der Einfluss großer Pflanzenfresser sollen in Wildnisgebieten, wie die Nationale Biodiversitätsstrategie sie anstrebt, wieder landschaftsprägend sein. Aber Wildnis bringt neben einer eindrucksvollen Artenvielfalt wichtige Ökosystemleistungen für Klimaschutz, Naturerleben und regionale Wertschöpfung hervor. Neben den Flächenkulissen werden daher politische Entscheidungsebenen sowie rechtliche und planerische Instrumente für die Umsetzung beleuchtet.
Prof. Dr. Gert Rosenthal ist der Herausgeber. Er leitet seit 2008 das Fachgebiet Landschafts- und Vegetationsökologie an der Universität Kassel. Nach dem Studium der Biologie in Bremen und Göttingen und der Promotion an der Universität Bremen habilitierte er sich 2001 an der Universität Stuttgart. Die Schwerpunkte seiner Forschungen bilden Offenlandökosysteme, großflächige Weidesysteme und Wildnis.
https://wildnisindeutschland.de/wp-content/uploads/2026/06/Naturschutz-durch-Wildnis.jpg16001980Wildnis in Deutschlandhttps://wildnisindeutschland.de/wp-content/uploads/2024/04/Wildnis_in_Deutschland-Logo-farbig-300x127.pngWildnis in Deutschland2026-06-09 11:02:232026-08-18 14:40:28Naturschutz durch Wildnis
Die deutschen Nationalparke entwickeln sich positiv. Das zeigen die Ergebnisse der zweiten bundesweiten Evaluierung, die im Bericht „Managementqualität deutscher Nationalparke“ veröffentlicht wurde.
Bereits 2005 wurden im Auftrag des Bundesumweltministeriums unter Mitarbeit von Bund, Ländern, Nichtregierungsorganisationen und weiteren Experten*Expertinnen Qualitätskriterien und -standards für deutsche Nationalparke entwickelt, die als Referenzzustand für ein „ideales“, wirkungsvolles Schutzgebietsmanagement dienen. Auf dieser Grundlage erfolgte 2009 – 2012 die erste Evaluierung aller deutschen Nationalparke, ergänzt durch eine Zwischenerhebung 2015 – 2018.
In den Jahren 2022 bis 2024 wurden die deutschen Nationalparke auf freiwilliger Basis ein zweites Mal von einem unabhängigen Komitee evaluiert. Die Ergebnisse dieser Evaluierung aller Nationalparke in Deutschland sind in diesem Bericht zusammengefasst.
https://wildnisindeutschland.de/wp-content/uploads/2026/03/Managementplan-Gesamtauswertung_Mockup.jpg16001980Wildnis in Deutschlandhttps://wildnisindeutschland.de/wp-content/uploads/2024/04/Wildnis_in_Deutschland-Logo-farbig-300x127.pngWildnis in Deutschland2026-03-12 14:17:152026-06-30 15:58:40Managementqualität deutscher Nationalparke
Der Tagungsband „Wildnis im Dialog“ dokumentiert die Ergebnisse der gleichnamigen Tagung aus den Jahren 2021, 2022 und 2023. Wildnis-Akteure aus Verbänden, Stiftungen, Forschung oder Ländern tauschten sich zu Fragen und Tätigkeiten rund um die Themen „Wildnis als Ganzes“ und „Wildnis und Wasser“ sowie „Wildnis und Klima“ aus.
Seit 2014 veranstaltet das Bundesamt für Naturschutz (BfN) jedes Jahr die Tagungsreihe „Wildnis im Dialog“. Im Auftrag des BfN organisiert die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg die Tagungen.
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Die Ergebnisse der aktuellen Naturbewusstseinsstudie zeigen: Rund vier Fünftel der Deutschen befürworten die Ausdehnung von Wildnisgebieten, um sehen zu können, wie sich die Natur an den Klimawandel anpasst. Damit wird deutlich: das Schutzkonzept Wildnis als Freilandlabor wird nicht nur akzeptiert, sondern sogar gewünscht. Weiterhin wünschen sich 61 Prozent der Erwachsenen mehr Wildnis in Deutschland. Nur 24 Prozent finden, dass der Bestand an Wildnisgebieten gut so ist, wie er ist und sogar nur zwei Prozent sprechen sich für weniger Wildnis in Deutschland aus. Damit wird deutlich, dass der Großteil der Bevölkerung in Deutschland die Wildnisziele der Bundesregierung mitträgt.
Die mittlerweile achte Studie zum Naturbewusstsein wird seit 2009 im zweijährigen Turnus erhoben. Ende Oktober bis Mitte Dezember 2023 wurden 2411 Erwachsene (ab 18 Jahren) und 1003 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren befragt. Die wissenschaftliche Studie stützt sich auf einen umfassenden Analyseprozess der erhobenen Daten, ist in ihrer Aussagekraft für ganz Deutschland repräsentativ und bezieht Menschen aus allen Regionen und sozialen Lagen Deutschlands ein.
https://wildnisindeutschland.de/wp-content/uploads/2025/01/Naturbewusstseinsstudie_2023_Mockup.jpg16001980Wildnis in Deutschlandhttps://wildnisindeutschland.de/wp-content/uploads/2024/04/Wildnis_in_Deutschland-Logo-farbig-300x127.pngWildnis in Deutschland2025-01-29 13:52:472026-06-30 15:55:59BfN: Studie zum Naturbewusstsein 2023
Die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt (NBS) ist seit 2007 die zentrale Naturschutzstrategie der Bundesregierung. Die fortentwickelte NBS 2030 ist wesentliches Instrument zur Umsetzung neuer internationaler Vereinbarungen wie dem Globalen Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal sowie der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030.
Die NBS enthält das 2 %-Wildnisziel. Bis 2030 soll sich auf mindestens 2 % der Fläche Deutschlands die Natur angesteuert vom Menschen in großflächigen Wildnisgebieten entwickeln. Zusammen mit kleineren Flächen tragen diese Prozessschutzflächen dazu bei, den überwiegenden Teil der streng geschützten Gebiete im Sinne der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 auszumachen.
Die NBS enthält auch das sogenannte NWE5-Ziel. Bis 2030 soll der Flächenanteil der Wälder mit natürlicher Waldentwicklung (NWE) mindestens 5 % der Waldfläche Deutschlands bzw. 10 % der Waldfläche im öffentlichen Eigentum betragen. Waldflächen mit einer Größe ab 0,3 Hektar können zu NWE-Flächen werden. Waldflächen ab einer Größe von 1.000 Hektar können NWE-Flächen sein und zum 2 %-Wildnisziel beitragen.
https://wildnisindeutschland.de/wp-content/uploads/2026/08/National-Strategie-2030-Mockup.png16001980Wildnis in Deutschlandhttps://wildnisindeutschland.de/wp-content/uploads/2024/04/Wildnis_in_Deutschland-Logo-farbig-300x127.pngWildnis in Deutschland2024-12-31 12:26:262026-08-26 12:32:10Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt 2030
Der Tagungsband „Wildnis – ein neues Leitbild!? Möglichkeiten und Grenzen ungestörter Naturentwicklung für Mitteleuropa“ erschien in der Reihe Laufener Seminarbeiträge als Ergebnis des zweitägigen Seminars, das im März 1997 stattfand. Veranstaltet wurde das Seminar von der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege.
Der rund 150 Seiten lange Tagungsband enthält 15 Beiträge rund um die Themen „Wald und Wildnis“, „Strukturwandel in der Landwirtschaft – Chancen und Grenzen für Wildnis in der früheren Agrarlandschaft, „Wasser und Wildnis am Beispiel des Rückbaus von Flusslandschaften“ sowie „Wildnis als pädagogische Herausforderung“.
https://wildnisindeutschland.de/wp-content/uploads/2026/08/Wildnis-Leitbild_Mockup.png16001980Wildnis in Deutschlandhttps://wildnisindeutschland.de/wp-content/uploads/2024/04/Wildnis_in_Deutschland-Logo-farbig-300x127.pngWildnis in Deutschland2024-08-26 13:40:492026-08-26 13:42:45Tagungsband „Wildnis – ein neues Leitbild!?
Die Broschüre des Nationalparkbündnisses Bayern Steigerwald kann hier heruntergeladen werden.
https://wildnisindeutschland.de/wp-content/uploads/2023/04/Steigerwald_Broschuere.jpg16001980Wildnis in Deutschlandhttps://wildnisindeutschland.de/wp-content/uploads/2024/04/Wildnis_in_Deutschland-Logo-farbig-300x127.pngWildnis in Deutschland2023-04-26 13:54:162026-06-30 15:36:47Nationalpark Steigerwald