Neue Studie zum Potential sächsischer Wildnisflächen

NABU Sachsen und BUND Sachsen haben eine Studie zur Wildnisentwicklung auf der Landesfläche Sachsens vorgestellt. Insgesamt werden mehr als 20 Gebiete in unterschiedlichen Naturräumen vorgeschlagen, die sich aus naturschutzfachlicher Sicht als potentielle Wildnisgebiete eignen.

„Unsere Studie zeigt, dass weitgehend unzerschnittene, naturschutzfachlich relevante Räume in ausreichender Größe in Sachsen tatsächlich noch existieren – wir müssen sie nur schützen und möglich machen, dass die Flächen sich zur Wildnis entwickeln“, erklärt David Greve, Landesgeschäftsführer des BUND Sachsen. „Besondere Chancen ergeben sich zum Beispiel in Tagebaufolgelandschaften oder an Truppenübungsplätzen, die jeweils nach der Stilllegung als Wildnis ausgewiesen werden können.“

Die Liste der vorgestellten Gebietsvorschläge soll der Landespolitik eine fachliche Basis zur Auswahl von neuen Wildnisflächen bieten. Unterstützt wurde die Wildnisstudie durch die Naturstiftung David, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt und die Regina Bauer Stiftung.

Weitere Informationen:
Pressemitteilung des BUND Sachsen
Die Wildnisstudie Sachsen finden Sie hier.

 

Broschüren und gute Gründe für Wildnis finden Sie auch hier:

 

Entdecken Sie auch die bestehenden sächsischen Wildnisgebiete und viele weitere Wildnisflächen in ihrer Nähe!

Heute feiern wir den ersten Tag der Buchenwälder

Heute hat die BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS) gemeinsam mit der Succow Stiftung, der Naturwald Akademie, ROBIN WOODD, dem Nationalpark Hainich und Wohllebens Waldakademie den Tag des Buchenwalds ausgerufen.

Natürliche Buchen- und Buchenmischwälder kamen in Deutschland – im Kerngebiet der europäischen Buchenverbreitung – ursprünglich auf circa 70 Prozent der  heutigen Bundesfläche vor. Davon sind je nach Buchenwaldtyp 50 bis 90 Prozent verloren gegangen. Der aktuelle Buchenwaldbestand umfasst lediglich noch etwa 16.800 km².

Ein effektiver Schutz findet nur im Promillebereich statt. Daher ist es notwenig, große Schutzgebiete zu schaffen, in denen sich Buchenwälder und Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Pilzarten wieder natürlich entwickeln können.

Warum heute? Heute vor acht Jahren, am 25. Juni 2011, erhielten fünf deutsche Buchenwaldgebiete von der UNESCO die Anerkennung als Weltnaturerbestätten. Das ist Ehre und auch Verpflichtung zugleich, den Schutz dieser Wälder ernst zu nehmen und ein passender Anlass, den Wert dieser Wälder in dass öffentliche Bewusstsein zu rücken.

https://www.bundesbuergerinitiative-waldschutz.de/pressemitteilungen/pm-zum-tag-der-buchenw%C3%A4lder/

http://www.succow-stiftung.de/nachrichten/items/tag-fuer-buchenwaelder.html

Die von der UNESCO ausgezeichneten Buchenwaldgebiete sind:

Nationalpark Jasmund (Mecklenburg-Vorpommern)

Serrahn im Müritz-Nationalpark (Mecklenburg-Vorpommern)

Grumsin im UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (Brandenburg)

Nationalpark Hainich (Thüringen)

Nationalpark Kellerwald-Edersee (Hessen)

Neue Broschüre: Wildnis in Sachsen? Fragen und Antworten

Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat eine neue Broschüre „Wildnis in Sachsen? Fragen und Antworten“ veröffentlicht. Was ist Wildnis? Gibt es noch Wildnis in Deutschland und wo gibt es Wildnisgebiete in Sachsen? Wozu brauchen wir Wildnis? Diesen und vielen weiteren spannenden Fragen wird in der Broschüre aus der Perspektive Sachsens auf den Grund gegangen. Sie regt zum Nachdenken an und lädt ein, Wildnis zu entdecken und erleben.

Die Broschüre „Wildnis in Sachsen? Fragen und Antworten“ sowie eine Werbepostkarte können Sie hier herunterladen.

 

Weitere Broschüren und gute Gründe für Wildnis finden Sie auch hier:

Lernen Sie auch die Wildnisgebiete in Ihrer Nähe kennen.

Studie zeigt: Deutschland hat zu wenige Naturwälder

Erreicht die Bundesregierung ihr selbst gestecktes Ziel, fünf Prozent der Wälder bis 2020 aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen? Eine neue Studie im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz sagt Nein. Aktuell betrage der Anteil der Naturwälder in Deutschland nur 2,8 Prozent.

Für den BUND stellt die Bilanz zum Anteil der Naturwälder ein Armutszeugnis für Deutschland dar. Gemeinsam mit anderen Naturschutzverbänden fordert der BUND ein Programm zur Förderung und Sicherung von Naturwäldern auf den Weg zu bringen, in das Bund, Länder und Kommunen einbezogen werden.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke erkennt die Bemühungen einiger Bundesländer wie Baden-Württemberg, Hessen oder Thüringen zwar an, Wälder unter Schutz zu stellen, aber meist seien die ausgewiesenen Waldgebiete zu klein.

Die Pressemitteilungen und weitere Informationen zur natürlichen Waldentwicklung in Deutschland finden Sie hier:

Pressemitteilung Bundesamt für Naturschutz und Nordwestdeutsche Forstliche Versuschsanstalt
Pressemitteilung NABU
Pressemitteilung BUND
Infos zur aktualisierten Bilanz der Bundesweiten NWE-Kulisse (NWE= natürliche Waldentwicklung)

 

In der Initiative „Wildnis in Deutschland“ haben NABU Hessen, BUND Hessen, HGON, ZGF, Greenpeace und WWF Deutschland bereits 2018 25 Vorschläge für große Waldschutzgebiete in einem Konzept vorgelegt, um das fünf Prozent Ziel im Bundesland Hessen zu unterstützen.

Neue Studie zeigt: Hohe Akzeptanz gegenüber bayerischen Nationalparks

Die Akzeptanz und Bekanntheit der bayerischen Nationalparks in der Bevölkerung ist weiter gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommen Würzburger Wissenschaftler um Hubert Job in ihrer neuen Studie „Akzeptanz der bayerischen Nationalparks“. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer, der bayernweiten Online-Befragung, besuchten schon einmal einen der beiden Parks. Darüber hinaus würden 95 Prozent der Befragten für das Weiterbestehen der Nationalparks stimmen, müssten sie sich bei einer anstehenden Wahl dazu positionieren.

Befürwortet werden die beiden Parks auch von den Bewohnern der angrenzenden Gemeinden. Im Vergleich zu einer Befragung aus dem Jahr 2007 hat sich die Zustimmung der lokalen Bevölkerung im Bayerischen Wald um 10 Prozentpunkte auf 86 Prozent gesteigert. Dieses Ergebnis ist für die Wissenschaftler und die Nationalparkverwaltung gleicherweise interessant, denn die größten Akzeptanzdefizite finden sich meist im direkten Umfeld der Nationalparks.

Fokus der Studie lag neben der Analyse der Gesamtakzeptanz daher auf den regionalen Herausforderungen und weiteren Themen wie Tourismus, Landnutzungskonflikten und der Wahrnehmung der Nationalparkverwaltung.

Alle Ergebnisse der Studie ,,Akzeptanz der bayerischen Nationalparks – Ein Beitrag zum sozioökonomischen Monitoring in den Nationalparks Bayerischer Wald und Berchtesgaden“ der Autoren Hubert Job, Maike Fließbach-Schendzielorz, Sarah Bittlingmaier, Anne Herling und Manuel Woltering finden Sie hier.

Neue Broschüre: Warum Deutschland mehr Wildnis braucht

In der neu veröffentlichten Broschüre „Wo Natur sich selbst gehört – Warum wir mehr Wildnis in Deutschland brauchen“ hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) Argumente für mehr Wildnis zusammengestellt.

Neben der Frage ,,Was ist Wildnis in Deutschland” werden im Hauptteil der Broschüre Funktionen und Gründe vorgestellt, die für mehr Wildnis in Deutschland sprechen. Außer naturwissenschaftlicher und politischer Beweggründe wird auch der Wert der Wildnis für die Gesellschaft beschrieben.

Den Downloadlink zur Broschüre sowie weiteren Publikationen zum Thema finden Sie hier.

 

Weitere Broschüren und gute Gründe für Wildnis finden Sie auch hier:

Studie: Der Mittelspecht braucht Wildnis

Der Mittelspecht (Dendrocopos medius) ist ein Indikator für Naturnähe von mitteleuropäischen Laubwäldern. Die Art reagiert positiv auf Struktur- und Baumvielfalt sowie Vorrats- und Totholzreichtum. All diese Habitatansprüche werden von alten, naturnahen Wäldern und Waldwildnisgebieten erfüllt. Das zeigen Untersuchungen aus dem Naturraum „Ilm-Saale-Ohrdrufer Platte“, geleitet von Jochen Wiesner und Siegfried Klaus über einen Zeitraum von 15 Jahren.
Mittels einer Klangattrappe haben die Forscher die Mittelspechtdichte auf 15 Probeflächen ermittelt. In den dadurch identifizierten Mittelspechthabitaten wurden Waldinventuren durchgeführt und Holzvorräte sowie Totholzmengen erfasst. Beide haben im Untersuchungszeitraum zugenommen. Vergleicht man nun die Waldinventuren mit dem Mittelspechtbestand, so kommt man zu dem Ergebnis, dass Mittelspechtdichte mit dem Bestandsvolumen positiv korreliert. Außerdem stellen die Untersuchungen fest, dass die Mittelspechtdichte auch mit dem Anteil an rauborkigen Bäumen zunimmt und mit erhöhtem Einschlag abnimmt. Mittelspechtbestände reagieren demnach positiv auf die verbesserte Struktur der Laubwälder, die gestiegenen Totholzvorräte und auf eine Insektenzunahme in den Schutzgebieten.

Den Downloadlink sowie weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

Handlungsleitfaden: Wildnispotenziale in deutschen Naturparken

Im neu erschienenen Handlungsleitfaden „Wildnisgebiete und große Prozessschutzflächen in Naturparken“ zeigt der Verband Deutscher Naturparke e. V. (VDN) Wildnispotenziale für die 105 deutschen Naturparke auf. Die Veröffentlichung ist im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens (F + E Vorhaben) „Naturparkpotenziale zur Entwicklung von Wildnisgebieten und großen Prozessschutzflächen“ gemeinsam mit den Universitäten Freiburg und Kassel entstanden. Der Leitfaden veranschaulicht wie das Thema Wildnis in Naturparken verankert werden kann und stellt praxisbezogene Beispiele und Empfehlungen für die Realisierung von Wildnisgebieten vor.

Mehr Infos zum F + E Vorhaben und dem entstandenen Handlungsleitfaden finden Sie hier.

Wildnisbildung in der Schule

Kinder und Jugendliche sind unsere Wildnisschützer/-innen von morgen. Daher stellt das Bundesumweltministerium kostenlose Onlinematerialien für die Wildnisbildung in Schulen bereit. Die interessanten Inhalte sind modular aufgebaut. Das Paket enthält einen Text mit Hintergrundinformationen zum Thema Wildnis, Unterrichtsvorschläge für die Sekundarstufe und für die Grundschule sowie Medien und Materialien, um die Unterrichtsvorschläge umzusetzen. Umwelt im Unterricht unterstützt die Erstellung von Bildungsmaterialien unter offenen Lizenzen im Sinne der UNESCO. Alle Materialien dürfen kostenlos für Unterrichtszwecke verwendet werden.

Wildnisbildung in der Sekundarstufe
Ausgangspunkt sind Beispiele eindrucksvoller, seltener Tierarten wie Luchs und Seeadler, die in Deutschland fast ausschließlich in großen Schutzgebieten vorkommen. Die Schüler/-innen erarbeiten anhand von Infotexten und Karten zentrale Merkmale dieser Gebiete und vergleichen sie mit der intensiv genutzten Kulturlandschaft. Sie bewerten die Bedeutung von Schutzgebieten für den Artenschutz.
Unterrichtsvorschlag „Wo seltene Arten Lebensräume finden“

Wildnisbildung in der Grundschule
Die Schüler/-innen vergleichen ihre Vorstellungen von Wildnis mit den Merkmalen der meist dicht besiedelten Landschaft in Deutschland. Anhand kurzer Porträts von Tierarten, die fast nur noch in großen Schutzgebieten vorkommen, erarbeiten sie zentrale Ansprüche von wildlebenden Arten an ihren Lebensraum. Zum Abschluss formulieren sie Argumente, warum Schutzgebiete für den Artenschutz wichtig sind.
Unterrichtsvorschlag „Lebensräume: Was brauchen wildlebende Tiere?“

Weitere Informationen und Download aller Materialien hier.
Erfahren Sie mehr über die Gründe für mehr Wildnis und entdecken Sie die bereits bestehenden Wildnisgebiete Deutschlands.
Setzen auch Sie sich für mehr Wildnis in Deutschland ein!

Drei Szenarien für den Wald der Zukunft

Im Kampf gegen den Klimawandel spielt der Wald eine große Rolle. Doch wie kann dessen volles Potential ausgeschöpft werden?

Mit dieser Frage beschäftigt sich Greenpeace und stellt mit seiner Waldvision eine Alternative zur herkömmlichen Waldbewirtschaftung vor. In der von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie wurden anhand eines Computermodells drei unterschiedliche Szenarien der Waldbewirtschaftung bis ins Jahr 2102 simuliert. Im Szenario „Waldvision“ werden die Wälder naturnah bewirtschaftet und auch eine natürliche Waldentwicklung, sprich Wildnis, zugelassen. Die anderen Szenarien simulieren eine herkömmliche Forstwirtschaft sowie eine stark wirtschaftlich orientierte Bewirtschaftung. Das Ergebnis ist eindeutig: Naturnah bewirtschaftete Wälder inklusive solche mit einer natürlichen Entwicklung tragen sowohl zum Klimaschutz als auch zum Artenschutz bei. So können wir auch Urwälder von morgen schaffen. Zwar wird es einige Jahre dauern bis ein positiver Effekt aufs Klima einsetzt, aber das liegt unter anderem daran, dass heutzutage die meisten Bäume weit vor Erreichen ihres Maximalalters abgeholzt werden. Neben positiven Auswirkungen auf das Klima schafft das viele natürliche Totholz eine Heimat für diverse Arten. Auch bedrohte Baumarten wie die Rotbuche würden somit wieder neue Lebensräume finden.

Mehr dazu erfahren Sie auf der Website von Greenpeace

Weitere Informationen zu den Folgen der herkömmlichen Forstwirtschaft finden Sie in diesem Artikel der Frankfurter Rundschau