Beiträge

Urwald der Bayern – Geschichte, Politik und Natur im Nationalpark Bayerischer Wald

„Urwald der Bayern“ ist eines der tiefgründigsten und faktenreichsten Bücher über die Entstehungsgeschichte des ersten deutschen Nationalparks, dem Bayerischen Wald. Herausgeber sind Marco Heurich, der in der Nationalparkverwaltung das Besuchermanagement leitet, und Umwelthistoriker Christof Mauch. Aus verschiedenen Blickwinkeln stellen sie die 50-jährige Geschichte des Nationalparks dar. Sie beleuchten dabei die kulturelle und ökonomische Bedeutung, aber auch philosophische Perspektiven. Das Buch endet mit interessanten Einblicken von Zeitzeugen aus den ersten Stunden des Nationalparks wie Hans Bibelriether, der langjährige Leiter des Parks, und Wolfgang Scherzinger, der die beispielgebende Forschung des Parks mehr als drei Jahrzehnte begleitete. Aber auch der Forstwissenschaftler Ulrich Ammer kommt zu Wort, der erheblich dazu beitrug, dass sich ein Jahrzehnt nach der Gründung erste nennenswerte Waldanteile am Lusen ohne menschlichen Einfluss entwickeln konnten.

Für alle, die sich mit fachlichen, aber auch historischen Aspekten des ersten deutschen Nationalparks auseinandersetzen möchten, ist dieses facettenreiche Buch ein Muss!

 

Vandenhoeck & Ruprecht, 1. Auflage 2020

305 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-525-36095-8
Preis: ab 21,99 EUR

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Bayerns Bevölkerung für neue Nationalparks

Frankfurt, 19. Januar 2021 – Die Grünen im Bayerischen Landtag fordern mindestens einen weiteren Nationalpark. Gestern stellten sie gemeinsam mit dem Verein Nationalpark Steigerwald und dem Förderverein Nationalpark Ammergebirge die Ergebnisse einer Bevölkerungsumfrage vor: Demnach wünschen sich 75 Prozent der mehr als 1.000 vor Ort Befragten einen Nationalpark im Steigerwald in Franken – und sogar 81 Prozent einen Nationalpark im Ammergebirge am Alpenrand. Insgesamt sehen 83 Prozent die Ausweisung weiterer Wildnisgebiete in Bayern als „sehr/eher positiv“.

Die Umfrageergebnisse geben den Nationalparkfreunden Rückenwind. „Weiter alte Buchen umsägen, das ist gegen den Bürgerwillen. Der nächste Schritt nach der Umfrage ist eine Machbarkeitsstudie. Dabei sollen die Möglichkeiten einer Umsetzung geklärt werden“, sagt Florian Tully vom Verein Nationalpark Steigerwald. Auch Hubert Endhardt vom Förderverein Nationalpark Ammergebirge sieht die Studienergebnisse durchweg positiv: „Diese enorm hohe Zustimmung möge der bayerischen Staatsregierung die Einrichtung eines Nationalparks Ammergebirge deutlich erleichtern“.

 

Weitere Informationen:

Grenzenlose Wildnis

Pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum des Nationalparks Bayerischer Wald haben sich zwei Meister ihres Fachs zusammengetan, um die „Grenzenlose Wildnis“ in einem informativen Bildband zu würdigen. Kilian Schönberger ist ein Fotograf, der es versteht, die Tiefe und den Zauber der wilden Wälder auf seinen Bildern festzuhalten. Die eindrücklichen Tieraufnahmen trägt der Fotograf und Filmemacher Axel Gomille zum Buch bei. Eine Hommage an die ungezähmte Natur im Herzen Europas. Das Buch ist unbedingt empfehlenswert!

Kilian Schönberger, Axel Gomille „Grenzenlose Wildnis: Nationalpark Bayerischer Wald – Ungezähmte Natur im Herzen Europas“, Frederking & Thaler Verlag, 2020, Hardcover, 26,8 x 28,9 cm, 192 Seiten, ca. 170 Abb, 39,99 €

 

 

58.000 Hektar Naturwälder für Bayern

Vergrößerung des Nationalparks Bayerischer Wald geplant

Die bayerische Staatsregierung plant, den mehr als 24.000 Hektar großen Nationalpark Bayerischer Wald um 600 Hektar zu erweitern. Der schmale Waldstreifen östlich der Gemeinde Mauth würde Deutschlands ältesten Nationalpark mit dem Nationalpark Šumava im benachbarten Tschechien verbinden. Die Erweiterungsfläche gehört den Bayerischen Staatsforsten.

Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung und Mitglied der Initiative „Wildnis in Deutschland“ begrüßt die Pläne: „Damit wird der bestehende Komplex […] als einer der größten Waldwildnisgebiete Mitteleuropas weiter ausgeweitet. Bayern kann damit dieses Leuchtturmprojekt des Naturschutzes weiter ausbauen.“

Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, bekräftigt: „Es wäre eine sinnvolle Ergänzung zum Bestand – vor allem aus ökologischer Sicht. Wir haben hier seltene Lebensräume wie Hochmoore. Hier leben Auerhuhn, Haselhuhn, Luchse streifen durch die Wälder.“

Die Region muss die Nationalparkerweiterung mittragen. Als nächsten Schritt sind daher Gespräche mit allen Beteiligten geplant.

 

Weitere Informationen:

Fragen-und-Antworten-Video vom Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl
Bürgersprechstunden zur Nationalparkerweiterung
Artikel der Süddeutschen Zeitung
Artikel des Bayerischen Rundfunks BR24
Pressemitteilung des BUND Naturschutz in Bayern
Presseinformation der Gregor Lousider Umweltstiftung
Presseinformation des LBV

Neue Naturwälder für Bayern

Die Bayerische Staatsregierung hat angekündigt, in den nächsten Wochen vier neue Naturwälder mit einer Gesamtgröße von rund 5.000 Hektar auszuweisen. Darunter der Böhlgrund im Steigerwald, die Weltenburger Enge, der Irtenberger Wald und die Auwälder an Donau und Isar. Diese Gebiete sind ab sofort nutzungsfrei: der Mensch greift nicht mehr ein und die Natur entwickelt sich nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten.

„Mit der Ausweisung dieser Gebiete kann Bayern an das obere Mittelfeld der bundesweiten Naturwaldbewegung aufschließen und hier tolle Leuchtturmprojekte des Naturschutzes schaffen“, sagt Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung.

Ein Jahr nach dem Artenvielfalt-Volksbegehren, ist die Ausweisung der neuen Naturwälder ein wichtiger Schritt, das bayerische Waldnaturerbe zu schützen.

Richard Mergner, Landesvorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern, begrüßt die Entscheidung ebenfalls. Er bedauert jedoch: „Leider fehlt Ministerpräsident Markus Söder immer noch der Mut für einen vom BUND Naturschutz geforderten dritten Waldnationalpark im Steigerwald oder ein großflächiges Schutzgebiet im Spessart.“

 

Weitere Informationen:
Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Pressemitteilung des BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Pressemitteilung der Gregor-Louisoder Umweltstiftung
Pressemitteilung des Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V.
Artikel in der Süddeutschen Zeitung
Hintergrundinformationen zu Bayerns ersten Naturwäldern

Wildfremd – Geheimnisse zwischen Bayern und Böhmen

„Wildfremd“ vom renommierten Fotografen und Autor Berndt Fischer gewährt Einblicke in lange in Vergessenheit geratene Naturschönheiten „zwischen Bayern und Böhmen“. Der Bildband dokumentiert die verbliebenen Wildnisgebiete entlang der bayerisch-tschechischen Grenze – Urwälder, Moore, Weiherlandschaften, Auen und Gipfelregionen. Das Buch ist in Zusammenarbeit mit dem tschechischen Nationalpark Sumava entstanden.

Ab Juni 2020 im Handel erhältlich oder über www.berndtfischer.de

Neues Auenschutzgebiet in Bayern

Im Donau-Auwald wird ein etwa 960 Hektar großes Schutzgebiet entstehen. Diese erfreuliche Nachricht hat Forstministerin Michaela Kaniber bei einer Pressekonferenz angekündigt. Alle staatlichen Auwälder im Verantwortungsbereich der Bayerischen Staatsforsten zwischen der Lechmündung bei Marxheim und dem Neuburger Stadtgebiet werden nach Art. 12a BayWaldG zu Naturwaldflächen erklärt. Ab sofort werden die Wälder dort nicht mehr bewirtschaftet. Nur notwendige Maßnahmen des Waldschutzes und der Verkehrssicherung bleiben erlaubt. In Zukunft soll das Gebiet weiter vergrößert werden. Ministerpräsident Dr. Söder hat ein insgesamt rund 2.000 Hektar großes Auenschutzgebiet an der Donau angekündigt.

 

Weitere Informationen:
Presseinfo des Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. und der Gregor Louisoder Umweltstiftung
Große, unzerschnittene Wildnisgebiete vor Ihrer Haustür

Bayern: Mehrere tausend Hektar Wald sollen zu Naturwald werden

Anfang April 2019 verkündete die Bayerische Staatsregierung den Gesetzesentwurf des erfolgreichen Volksbegehrens Artenvielfalt „Rettet die Bienen“ anzunehmen und darüber hinaus noch weitere Maßnahmen zu erarbeiten.

Jetzt liegt dem Trägerkreis des Volksbegehrens auch der Entwurf des Begleitgesetzes „Gesamtgesellschaftliches Artenschutzgesetz – Versöhnungsgesetz“ vor, in dem die Bayerische Staatsregierung unter anderem ankündigt, einige tausend Hektar Staatswald im Steigerwald, Spessart und an den Donau- und Isarauen noch dieses Jahr aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen.

„Alle angekündigten Gebiete verfügen über eine herausragende naturschutzfachliche Bedeutung zur Sicherung der Biologischen Vielfalt in Bayerns Wäldern, die ihnen durch die Entnahme aus der Nutzung endlich gerecht wird“, so Dr. Nobert Schäffer, Vorsitzender des LBV Bayern.

 

Stellungnahme des Trägerkreises Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen!“ zum Begleitgesetz

Pressemitteilung des LBV Bayern

Stellungnahme der Gregor Louisoder Umweltstiftung

Infos zu bestehenden bayerischen Wildnisgebieten finden Sie hier.

Gründe für Wildnis und mehr Infos zur natürlichen Waldentwicklung finden Sie auch hier.

Wildes Ballett im Bayerischen Wald

Wildnis und Mythen sind eng miteinander verbunden. Und so durchwanderte das Bayerische Juniorballett München Wildnisorte des Bayerischen Waldes, um sich dort inspirieren zu lassen und die komplette Menschheitsgeschichte mit all ihren Mythen im Zeitraffer darzustellen. Ballettchef Ivan Liška und Choreographin Martina La Ragione leiteten die jungen Tänzerinnen und Tänzer an. Auch Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl nahm sich einen ganzen Tag Zeit, den Künstlern die Magie des Waldes näher zu bringen. Das Stück soll zum 50-jährigen Jubiläum des Nationalparks im Oktober 2020 aufgeführt werden.

Das neue Stück ist Teil des Projekts „Ballett und Wildnis“. Dieses macht die untrennbare Verbundenheit zwischen Natur und Kultur erlebbar. Die Tänzer nehmen dabei die Rolle von Botschaftern der Natur, sozusagen die „Stimme des Stimmlosen“, ein. So ist es möglich das Publikum auf der emotionalen Ebene zu erreichen und es davon zu überzeugen, dass unser Naturerbe für kommende Generationen erhalten bleiben muss. Das Projekt entstand im Jahr 2003 und wird gemeinsam vom Bayerischen Umweltmisterium mit dem Bayerischen Staatsballett durchgeführt. Mittlerweile konnten die Aufführungen, Ausstellungen und kleinen Filme auch schon ein internationales Publikum erreichen. Weitere Informationen finden Sie hier.