Beiträge

Unser Urwald

Die letzten wilden Wälder im Herzen Europas

Der Fotograf, Buchautor und Umweltschützer Matthias Schickhofer besuchte Ur- und Naturwaldgebiete im „Herzen Europas“. Er entdeckte dabei faszinierende, bereits verschwunden geglaubte Paradiese – unter anderem in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Südschweden, Rumänien, der Ukraine oder Kroatien.

Schickhofer rüttelt mit seinem Buch wach und ruft zum verstärkten Schutz unserer letzten Urwälder auf. Die fundierten Texte und fantastischen Fotos zeigen eine Welt, die man schon gänzlich verloren glaubte: „Ich will mit dem Buch Orte ganz in unserer Nähe präsentieren, die viele Menschen hier gar nicht mehr vermuten“, so der Autor. Die verborgenen Urwälder, oft nicht weit weg von unseren geschäftigen Metropolen, existieren aber noch; die letzten Überlebenden, die „Tore von Mittelerde“.

Brandstätter Verlag (2015)
208 Seiten, 130 Abbildungen, Hardcover
ISBN: 978-3-85033-924-7
Preis: 34,90 €

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Wilder Wald – Europas Pionier für die Wälder der Zukunft

Naturschutz am Beispiel des Nationalparks Bayerischer Wald

Von alten Bäumen mit bizarren Pilzen und Käferarten bis zu jungem Wald, der auf den von Käfern und Sturm entwaldeten Flächen neu entstehen konnte – all dies gibt es im Bayerischen Wald zu entdecken. Gemeinsam mit 20 prominenten Persönlichkeiten wie Dirk Steffens, Sarah Wiener oder Heinrich Bedford-Strohm vermittelt Alexandra von Poschinger die Bedeutung und den aktuellen Wissensstand zu Biodiversität und Großschutzprojekten.

Alexandra von Poschinger lebt im Bayerischen Wald und fühlte sich schon immer mit ihm verbunden. Sie erzählt also aus erster Hand von der Wildnis vor der Haustür. Sie rät den Lesern, es ihr gleichzutun und gerade auch in stressigen Zeiten öfter Ruhe in der Waldwildnis zu suchen. Die hervorragenden Aufnahmen von malerischen Landschaften, Pflanzen und Tieren lieferte Rainer Simonis, Leiter der Nationalparkdienststelle Finsterau.

Das Buch ist ein absoluter Lesetipp, weil es den „wilden Wald“ großartig beschreibt und gleichzeitig sehr viel Wissenswertes vermittelt.

Verlag Knesebeck
Hardcover, 224 Seiten
ISBN 978-3-95728-409-9
Preis 40,00€

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Vergrößerung des Nationalparks Bayerischer Wald geplant

Die bayerische Staatsregierung plant, den mehr als 24.000 Hektar großen Nationalpark Bayerischer Wald um 600 Hektar zu erweitern. Der schmale Waldstreifen östlich der Gemeinde Mauth würde Deutschlands ältesten Nationalpark mit dem Nationalpark Šumava im benachbarten Tschechien verbinden. Die Erweiterungsfläche gehört den Bayerischen Staatsforsten.

Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung und Mitglied der Initiative „Wildnis in Deutschland“ begrüßt die Pläne: „Damit wird der bestehende Komplex […] als einer der größten Waldwildnisgebiete Mitteleuropas weiter ausgeweitet. Bayern kann damit dieses Leuchtturmprojekt des Naturschutzes weiter ausbauen.“

Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, bekräftigt: „Es wäre eine sinnvolle Ergänzung zum Bestand – vor allem aus ökologischer Sicht. Wir haben hier seltene Lebensräume wie Hochmoore. Hier leben Auerhuhn, Haselhuhn, Luchse streifen durch die Wälder.“

Die Region muss die Nationalparkerweiterung mittragen. Als nächsten Schritt sind daher Gespräche mit allen Beteiligten geplant.

 

Weitere Informationen:

Fragen-und-Antworten-Video vom Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl
Bürgersprechstunden zur Nationalparkerweiterung
Artikel der Süddeutschen Zeitung
Artikel des Bayerischen Rundfunks BR24
Pressemitteilung des BUND Naturschutz in Bayern
Presseinformation der Gregor Lousider Umweltstiftung
Presseinformation des LBV

Heute ist der Tag der Buchenwälder

Heute vor genau einem Jahr hat die Bundesbürgerinitiative Waldschutz (BBIWS) gemeinsam mit der Succow Stiftung, der Naturwald Akademie, ROBIN WOODD, dem Nationalpark Hainich und Wohllebens Waldakademie den Tag der deutschen Buchenwälder ausgerufen.

Natürliche Buchen- und Buchenmischwälder kamen in Deutschland – im Kerngebiet der europäischen Buchenverbreitung – ursprünglich auf circa 70 Prozent der heutigen Landesfläche vor. Je nach Buchenwaldtyp sind davon 50 bis 90 Prozent verloren gegangen.

Ein effektiver Schutz findet nur im Promillebereich statt. Daher ist es notwenig, große Naturwälder zu schaffen, in denen sich Buchenwälder und Lebensräume für zahlreiche Pflanzen-, Tier- und Pilzarten wieder natürlich entwickeln.

Warum heute? Heute vor neun Jahren, am 25. Juni 2011, erhielten fünf deutsche Buchenwaldgebiete von der UNESCO die Anerkennung als Weltnaturerbestätten. Das ist Ehre und auch Verpflichtung zugleich, den Schutz dieser Wälder ernst zu nehmen und ein passender Anlass, den Wert dieser Wälder in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Die von der UNESCO ausgezeichneten Buchenwaldgebiete sind:
Nationalpark Jasmund (Mecklenburg-Vorpommern)
Serrahn im Müritz-Nationalpark (Mecklenburg-Vorpommern)
Nationalpark Hainich (Thüringen)
Nationalpark Kellerwald-Edersee (Hessen)
Grumsin im UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (Brandenburg)

 

Weitere Informationen:
Offener Brief von Naturschutzinitiativen und Verbänden zum Tag der Buchenwälder an Bundesministerinnen Klöckner und Schulze
Pressemitteilung der BBIWS
Pressemitteilung des BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Blogbeitrag des WWF „Buchenwälder: die Naturwunder vor der Haustür“

Neue Naturwälder für Bayern

Die Bayerische Staatsregierung hat angekündigt, in den nächsten Wochen vier neue Naturwälder mit einer Gesamtgröße von rund 5.000 Hektar auszuweisen. Darunter der Böhlgrund im Steigerwald, die Weltenburger Enge, der Irtenberger Wald und die Auwälder an Donau und Isar. Diese Gebiete sind ab sofort nutzungsfrei: der Mensch greift nicht mehr ein und die Natur entwickelt sich nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten.

„Mit der Ausweisung dieser Gebiete kann Bayern an das obere Mittelfeld der bundesweiten Naturwaldbewegung aufschließen und hier tolle Leuchtturmprojekte des Naturschutzes schaffen“, sagt Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung.

Ein Jahr nach dem Artenvielfalt-Volksbegehren, ist die Ausweisung der neuen Naturwälder ein wichtiger Schritt, das bayerische Waldnaturerbe zu schützen.

Richard Mergner, Landesvorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern, begrüßt die Entscheidung ebenfalls. Er bedauert jedoch: „Leider fehlt Ministerpräsident Markus Söder immer noch der Mut für einen vom BUND Naturschutz geforderten dritten Waldnationalpark im Steigerwald oder ein großflächiges Schutzgebiet im Spessart.“

 

Weitere Informationen:
Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Pressemitteilung des BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Pressemitteilung der Gregor-Louisoder Umweltstiftung
Pressemitteilung des Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V.
Artikel in der Süddeutschen Zeitung
Hintergrundinformationen zu Bayerns ersten Naturwäldern

Neue Internetseite: Naturwälder in Hessen

Lust auf einen Ausflug ins Grüne? Die hessischen Naturwälder bieten eine großartige Kulisse für Erholung und Naturerlebnis. Unter www.naturwald-hessen.de hat der Naturschutzbund NABU eine neue Internet-Plattform über die Naturwälder in Hessen entwickelt. Auf den Seiten finden Sie die Naturschönheiten der Wälder, ihre Besonderheiten und vorkommende Tiere und Pflanzen. Naturwälder sind über ganz Hessen verteilt. Die 23 größten Gebiete, in denen sich Natur ohne menschlichen Einfluss entwickelt, präsentiert der NABU auf einer Karte samt Steckbriefen. Eine 10-minütige Bildpräsentation lädt zu einer virtuellen Reise in die Gebiete ein.

„Genießen Sie die einzigartige Atmosphäre unserer Naturwälder im Frühling, das Singen der Vögel und die Naturnähe.“ empfiehlt Mark Harthun, Waldexperte beim NABU-Hessen.

 

Weitere Informationen:
Pressemitteilung des NABU Hessen
www.naturwald-hessen.de
Karte und Steckbriefe der wichtigsten Naturwaldgebiete in Hessen
FAQs zum Thema Naturwald
Broschüre „Land der Naturwälder – 25 Waldschutzgebiete für Hessen“ (Stand Nov 2019)
Gute Gründe für mehr Wildnis

Sie wohnen nicht in Hessen? Entdecken Sie Wildnisgebiete vor Ihrer Haustür.

Infos zu Wildnis und Naturwäldern auf der Webseite des NABU Hessen

Der hessische Landesverband des NABU veröffentlicht drei neue Themenseiten zu Wildnis und Naturwäldern auf seiner Webseite.

Sind Naturwälder unsinnig, zu teuer, gefährlich, unmoralisch? Und was macht einen Naturwald eigentlich aus? Das kann ab jetzt auf der neuen FAQ-Naturwald Seite nachgelesen werden.

Beim 2 % Wildnis-Ziel der Bundesregierung sieht der Landesverband noch Handlungsbedarf in Hessen und erklärt, mit ausreichend großen Naturwälder käme man gleich zwei Zielen näher: dem 2% Wildnis-Ziel und auch dem 5% Naturwald-Ziel.

Auf der dritten Seite, „Hessen Land der Naturwälder“ erfährt der Leser warum Naturwälder so bedeutend für die biologische Vielfalt sind und wo sich die wichtigsten Naturwälder in Hessen finden.

Die Themenseiten des NABU Hessen:
FAQ – Naturwald
Wilde Wälder für Hessen
Hessen – Land der Naturwälder

Hintergrundinfos und weiterführende Literatur zum Thema finden Sie auch unter dem Wegweiser zu mehr Wildnis und in der Mediathek.

 

ZDF „Frontal 21“ Reportage: Deutschland verfehlt Waldschutzziele

Kann Deutschland seine Waldschutzziele erreichen? In Zeiten großflächiger Waldbrände im Amazonasgebiet erlangt das Thema Wald wieder weltweite Aufmerksamkeit. Das ZDF Politmagazin „Frontal 21“ betrachtet die Situation deutscher Wälder und zeigte am 03.09.19 dazu einen Beitrag mit dem Titel „Das Märchen vom deutschen Wald“.

Das 2007 gesetzte Ziel der Bundesregierung 5 % der Wälder bis 2020 aus der Nutzung zu nehmen wurde bisher nur von drei Bundesländern erreicht. Das ergaben die Recherchen des ZDF. Besonders die waldreichen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern sind Schlusslichter in Sachen Wildnis in Wäldern. Auch eine kürzlich durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) veröffentlichte Studie zeigt, dass es in Deutschland erst auf 2,8 % der Landesfläche Naturwälder gibt.

 

ZDF Beitrag „Das Märchen vom Wald“ in Frontal 21 (ab 8:47 – 19:48 min), abrufbar bis 03.09.2020.
ZDF Pressestatement zur Frontal 21 Reportage „Das Märchen vom Wald“.
Mehr zur ZDF-Umfrage der Frontal 21 Reportage „Das Märchen vom Wald“.
Stellungnahme der Gregor Louisoder Umweltstiftung zum Beitrag des ZDF und der Situation in Bayern.

Mehr Infos zur Naturwaldstudie des BfN.

Mehr Infos zum Wildnisziel und dem Potential für mehr Wildnis sowie zu den Gründen für mehr Wildnis.

Bayern: Mehrere tausend Hektar Wald sollen zu Naturwald werden

Anfang April 2019 verkündete die Bayerische Staatsregierung den Gesetzesentwurf des erfolgreichen Volksbegehrens Artenvielfalt „Rettet die Bienen“ anzunehmen und darüber hinaus noch weitere Maßnahmen zu erarbeiten.

Jetzt liegt dem Trägerkreis des Volksbegehrens auch der Entwurf des Begleitgesetzes „Gesamtgesellschaftliches Artenschutzgesetz – Versöhnungsgesetz“ vor, in dem die Bayerische Staatsregierung unter anderem ankündigt, einige tausend Hektar Staatswald im Steigerwald, Spessart und an den Donau- und Isarauen noch dieses Jahr aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen.

„Alle angekündigten Gebiete verfügen über eine herausragende naturschutzfachliche Bedeutung zur Sicherung der Biologischen Vielfalt in Bayerns Wäldern, die ihnen durch die Entnahme aus der Nutzung endlich gerecht wird“, so Dr. Nobert Schäffer, Vorsitzender des LBV Bayern.

 

Stellungnahme des Trägerkreises Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen!“ zum Begleitgesetz

Pressemitteilung des LBV Bayern

Stellungnahme der Gregor Louisoder Umweltstiftung

Infos zu bestehenden bayerischen Wildnisgebieten finden Sie hier.

Gründe für Wildnis und mehr Infos zur natürlichen Waldentwicklung finden Sie auch hier.