Große Pflanzenfresser können Ökosysteme umfassend beeinflussen.
Große Pflanzenfresser haben beträchtliche Raumansprüche, die oft deutlich über die Größe eines Wildnisgebiets hinausgehen. Außerhalb der Gebiete kann es zu Konflikten kommen, wenn die Tiere Fraß- und Trittschäden auf land- oder forstwirtschaftlichen Flächen verursachen. Bei Bedarf kann im Pufferbereich Einfluss auf die Bestände genommen werden. Zäune im und um das Schutzgebiet schließen jedoch eine Einstufung als Wildnisgebiet aus. In begründeten Ausnahmefällen sollte es jedoch möglich sein, Gefahrenstellen in Abschnitten abzusichern.
Eine eigenständige Wiederbesiedlung durch große Pflanzenfresser ist zu begrüßen. Elche, Wisente und Hirsche können wichtige Botschafter für Wildnis sein. Für die Einstufung einer Fläche als Wildnisgebiet ist ihr Vorkommen aber keine Voraussetzung.
Nicht domestizierte Formen nacheiszeitlich freilebend in Mitteleuropa vorkommender Arten großer Pflanzenfresser können im Zuge zeitlich begrenzter Initialmaßnahmen (siehe Position 2 – Wildnis sichern) in Wildnisgebieten aktiv wieder angesiedelt werden, wenn dieses Gebiet und gegebenenfalls das Umland ausreichend Raum und Nahrung für eine dauerhaft lebensfähige, wildlebende Population bieten und ein zeitlich über die Initialmaßnahme hinausgehendes Management dieser Arten in den Kernbereichen der betreffenden Wildnisgebiete ausgeschlossen ist.

