Wildnisgebiete sind Orte des Lernens.
Wildnisgebiete sind Sehnsuchtsorte, die vielen Menschen die Möglichkeit geben, zu genesen und sich zu erholen. Gleichzeitig ist der Besuch von Wildnisgebieten auch für deren Schutz von großer Bedeutung, denn die Erkenntnis von Konrad Lorenz hat auch heute noch Bestand: „Man liebt nur, was man kennt, und schützt nur, was man liebt.“
Besuchende sollten auch deshalb ausgezeichnete Möglichkeiten geboten werden, wilde Natur und Einsamkeit zu erleben. So sieht es auch die Schutzgebietskategorie 1b „Wildnisgebiet“ der Weltnaturschutzunion IUCN vor. In Wildnisgebieten darf man sich allerdings nur mit einfachen, leisen und unaufdringlichen Beförderungsmitteln fortbewegen. Zum Wandern und Spazierengehen haben sich in Wildnisgebieten gewundene, unbefestigte Pfade anstelle von breiten, geraden Wegen bewährt. Weniger, um eine Barrierewirkung für Tier- und Pflanzenarten im Gebiet zu vermeiden, sondern vielmehr, um den Wildnischarakter in der Wahrnehmung der Besuchenden nicht zu beeinträchtigen. Grundsätzlich ist eine freie Begehbarkeit von Wildnisgebieten zu begrüßen, Ausnahmen für sensible Bereiche müssen aber respektiert werden. Um Konflikte zwischen Wünschen der Besuchenden und ungestörter Naturentwicklung zu vermeiden, ist in der Regel eine Besucherlenkung und -information notwendig: In Wildnisgebieten ist der Mensch zwar willkommener Gast, soll sich aber auch als solcher verhalten.

