BfN: Studie zum Naturbewusstsein 2023
Die Ergebnisse der aktuellen Naturbewusstseinsstudie zeigen: Rund vier Fünftel der Deutschen befürworten die Ausdehnung von Wildnisgebieten, um sehen zu können, wie sich die Natur an den Klimawandel anpasst. Damit wird deutlich: das Schutzkonzept Wildnis als Freilandlabor wird nicht nur akzeptiert, sondern sogar gewünscht. Weiterhin wünschen sich 61 Prozent der Erwachsenen mehr Wildnis in Deutschland. Nur 24 Prozent finden, dass der Bestand an Wildnisgebieten gut so ist, wie er ist und sogar nur zwei Prozent sprechen sich für weniger Wildnis in Deutschland aus. Damit wird deutlich, dass der Großteil der Bevölkerung in Deutschland die Wildnisziele der Bundesregierung mitträgt.
Die mittlerweile achte Studie zum Naturbewusstsein wird seit 2009 im zweijährigen Turnus erhoben. Ende Oktober bis Mitte Dezember 2023 wurden 2411 Erwachsene (ab 18 Jahren) und 1003 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren befragt. Die wissenschaftliche Studie stützt sich auf einen umfassenden Analyseprozess der erhobenen Daten, ist in ihrer Aussagekraft für ganz Deutschland repräsentativ und bezieht Menschen aus allen Regionen und sozialen Lagen Deutschlands ein.
Die vollständige Naturbewusstseinsstudie 2023 ist auf der Website des Bundesamts für Naturschutz abrufbar.


Bis zum Jahr 2020 sollte Deutschland auf zwei Prozent seiner Landfläche große Wildnisgebiete ausweisen. Aktuell sind es nur 0,62 Prozent, mit den in den nächsten Jahren konkret geplanten Gebieten werden es 0,73 Prozent sein. Das sind die zentralen Ergebnisse der ersten bundesweiten Bilanz zu großflächigen Wildnisgebieten. Die Studie zeigt aber auch auf, dass es genügend Potenziale gibt, um das Zwei-Prozent-Wildnisziel in den nächsten Jahren zu erreichen.



Die Studie „WildnisArten – Bedeutung von Prozessschutz- bzw. Wildnisgebieten für gefährdete Lebensgemeinschaften und Arten sowie für ‚Verantwortungsarten’“ ist eine im Auftrag des Bundesamt für Naturschutz durchgeführte Studie. Die in der Kulturlandschaft selten gewordenen Habitatqualitäten von unzerschnittenen Wildnis- und Prozessschutzgebieten und die auf sie angewiesenen Arten und Biozönosen standen im Mittelpunkt des vorliegenden F+E Vorhabens. Die Studie wurde von Gert Rosenthal et. al. durchgeführt und im Jahr 2021 veröffentlicht. Die 
„Urwald der Bayern – Geschichte, Politik und Natur im Nationalpark Bayerischer Wald“ ist eines der tiefgründigsten und faktenreichsten Bücher über die Entstehungsgeschichte des ersten deutschen Nationalparks, dem Bayerischen Wald. Herausgeber sind Marco Heurich, der in der Nationalparkverwaltung das Besuchermanagement leitet, und Umwelthistoriker Christof Mauch. Aus verschiedenen Blickwinkeln stellen sie die 50-jährige Geschichte des Nationalparks dar. Sie beleuchten dabei die kulturelle und ökonomische Bedeutung, aber auch philosophische Perspektiven. Das Buch endet mit interessanten Einblicken von Zeitzeugen aus den ersten Stunden des Nationalparks wie Hans Bibelriether, der langjährige Leiter des Parks, und Wolfgang Scherzinger, der die beispielgebende Forschung des Parks mehr als drei Jahrzehnte begleitete. Aber auch der Forstwissenschaftler Ulrich Ammer kommt zu Wort, der erheblich dazu beitrug, dass sich ein Jahrzehnt nach der Gründung erste nennenswerte Waldanteile am Lusen ohne menschlichen Einfluss entwickeln konnten.