Neuerscheinung Tagungsband Wildnis im Dialog

Der Tagungsband „Wildnis im Dialog – Aktuelle Beiträge zur Wildnisentwicklung in Deutschland“ dokumentiert die Ergebnisse der gleichnamigen Tagung aus den Jahren 2018 und 2019. Wildnis-Akteure aus Verbänden, Stiftungen, Forschung oder Ländern tauschten sich zu Fragen und Tätigkeiten rund um die beiden Mottos „Neue Chancen für mehr Wildnis“ und „Wildnis verbinden“ aus. Wildnisinteressierte erhalten durch den Tagungsband einen Einblick in die aktuelle Debatte zum Thema Wildnis in Deutschland.

Themenschwerpunkte waren die Möglichkeiten zur Finanzierung und rechtlichen Sicherung von Wildnisgebieten, die Bedeutung von (Biotop-)Verbünden zwischen Wildnisgebieten und die Fragmentierung und Zerschneidung innerhalb eines Wildnisgebietes. Die Akteure diskutierten auch grundlegende Fragen zum Management von Wildnisgebieten.

Seit 2014 veranstaltet das Bundesamt für Naturschutz (BfN) jedes Jahr die Tagungsreihe „Wildnis im Dialog“. Im Auftrag des BfN organisiert die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt die Tagungen in den Jahren 2018-2020.

Weitere Informationen:
Tagungsband „Wildnis im Dialog – Aktuelle Beiträge zur Wildnisentwicklung in Deutschland“
Webseite des BfN mit allen Tagungsbänden „Wildnis im Dialog“
Gute Gründe für mehr Wildnis

Neue Naturwälder für Bayern

Die Bayerische Staatsregierung hat angekündigt, in den nächsten Wochen vier neue Naturwälder mit einer Gesamtgröße von rund 5.000 Hektar auszuweisen. Darunter der Böhlgrund im Steigerwald, die Weltenburger Enge, der Irtenberger Wald und die Auwälder an Donau und Isar. Diese Gebiete sind ab sofort nutzungsfrei: der Mensch greift nicht mehr ein und die Natur entwickelt sich nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten.

„Mit der Ausweisung dieser Gebiete kann Bayern an das obere Mittelfeld der bundesweiten Naturwaldbewegung aufschließen und hier tolle Leuchtturmprojekte des Naturschutzes schaffen“, sagt Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung.

Ein Jahr nach dem Artenvielfalt-Volksbegehren, ist die Ausweisung der neuen Naturwälder ein wichtiger Schritt, das bayerische Waldnaturerbe zu schützen.

Richard Mergner, Landesvorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern, begrüßt die Entscheidung ebenfalls. Er bedauert jedoch: „Leider fehlt Ministerpräsident Markus Söder immer noch der Mut für einen vom BUND Naturschutz geforderten dritten Waldnationalpark im Steigerwald oder ein großflächiges Schutzgebiet im Spessart.“

 

Weitere Informationen:
Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Pressemitteilung des BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Pressemitteilung der Gregor-Louisoder Umweltstiftung
Pressemitteilung des Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V.
Artikel in der Süddeutschen Zeitung
Hintergrundinformationen zu Bayerns ersten Naturwäldern

Neue Internetseite: Naturwälder in Hessen

Lust auf einen Ausflug ins Grüne? Die hessischen Naturwälder bieten eine großartige Kulisse für Erholung und Naturerlebnis. Unter www.naturwald-hessen.de hat der Naturschutzbund NABU eine neue Internet-Plattform über die Naturwälder in Hessen entwickelt. Auf den Seiten finden Sie die Naturschönheiten der Wälder, ihre Besonderheiten und vorkommende Tiere und Pflanzen. Naturwälder sind über ganz Hessen verteilt. Die 23 größten Gebiete, in denen sich Natur ohne menschlichen Einfluss entwickelt, präsentiert der NABU auf einer Karte samt Steckbriefen. Eine 10-minütige Bildpräsentation lädt zu einer virtuellen Reise in die Gebiete ein.

„Genießen Sie die einzigartige Atmosphäre unserer Naturwälder im Frühling, das Singen der Vögel und die Naturnähe.“ empfiehlt Mark Harthun, Waldexperte beim NABU-Hessen.

 

Weitere Informationen:
Pressemitteilung des NABU Hessen
www.naturwald-hessen.de
Karte und Steckbriefe der wichtigsten Naturwaldgebiete in Hessen
FAQs zum Thema Naturwald
Broschüre „Land der Naturwälder – 25 Waldschutzgebiete für Hessen“ (Stand Nov 2019)
Gute Gründe für mehr Wildnis

Sie wohnen nicht in Hessen? Entdecken Sie Wildnisgebiete vor Ihrer Haustür.

Zum Tod von Dieter Mennekes

„Hier soll der Wald sich selber leben!“ ließ Dieter Mennekes auf die große Holztafel schreiben, die die Umrisse seines Heiligenborner Waldes zeigt. Selbstbestimmt durfte der Wald hier sein. So wie auch Dieter Mennekes sein Leben lebte, das am 30. April 2020 nach einem schweren Krebsleiden zu Ende ging. Er wurde 79 Jahre alt.

Dem großen Naturfreund, leidenschaftlichen Surfer und Tennisspieler lagen zwei Dinge am Herzen: Die Gesellschaft vom Laster des Rauchens zu befreien und die Natur, insbesondere die Wildnis, zu schützen.

Er übernahm 1976 nach dem Tod seines Vaters die Mennekes Elektrotechnik GmbH & Co. KG, aus deren Geschäftsführung er sich in den 1990er-Jahren zurückzog, um sich seiner großen Liebe, dem Wald, zu widmen. In Südwestfalen und Brandenburg gründete er Forstbetriebe. Mit dem „Heiligenborner Wald“ schaffte er 2014 im Sauerland auf rund 350 Hektar ein Wildnisgebiet. Damit leistete er unter den Großprivatwaldbesitzern Pionierarbeit, was ihm 2018 die Waldmedaille des NABU einbrachte.

Er warb für Nachahmer und schwärmte von der Schönheit wilder Natur: „Die einzige Möglichkeit den Wald zu verschönern, ist ihn sich selbst zu überlassen“, sagte Dieter Mennekes dazu.

Doch sein Engagement ging weiter: Seine Stiftung war 2010 entscheidend am Erfolg des Volksbegehrens beteiligt, das dazu führte, dass in bayerischen Kneipen und Lokalen nicht mehr geraucht werden durfte (die übrigen Bundesländer folgten rasch). Er förderte in den Anfangsjahren den Alternativen Nobelpreis maßgeblich. In einem der Preisträger – Michael Succow – fand er einen Mitstreiter und Freund. In seiner Heimatregion war er ein bedeutender Förderer für Projekte im Naturschutz, Sport, Denkmalschutz und der Begabtenförderung.

Einen beträchtlichen Teil seines Privatvermögens hat Dieter Mennekes in seine Stiftung investiert und er hinterlässt mit seiner Heiligenborner Wildnis ein Denkmal, das hoffentlich ewig währt und stetig an Schönheit gewinnt.

Dieter Mennekes 2019 in seiner Heiligenborner Wildnis (Foto: M. Schweiger): „Ich habe eine Waldbefragung durchgeführt. Die Antwort des Waldes und der Bäume war eindeutig: Wir wollen Wildnis werden.“

 

Nachruf der Naturwald Akademie: In memoriam Dieter Mennekes

Waldwildnis im 360°-Video hautnah erleben

Entdecken Sie die wilden Wälder Deutschlands im neuen Video „Waldwildnis 360°“ der Initiative „Wildnis in Deutschland“. Begleiten Sie die Wildnisdrohne Silva auf einer vierminütigen Reise und tauchen Sie über ihren Laptop, mit einem Cardboard oder einer VR-Brille vollständig in die faszinierende Waldwildnis ein.

Wilde Wälder sind Schatzkammern für einzigartige Pilze, Pflanzen, Tiere und für uns Menschen. Mit dem neuen 360°-Video können Sie diese Wildnisgebiete jetzt am Schreibtisch oder aus dem Wohnzimmersessel entdecken. Steuern Sie mit der neuesten Technik die Blickrichtung der Wildnisdrohne Silva und entscheiden Sie selbst was Sie erleben möchten. Entwickelt wurde das Video gemeinsam mit Studierenden des Masterstudiengangs Intermedia Design der Hochschule Trier und mit freundlicher Beratung durch die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Tauchen Sie direkt in die Welt der wilden Wälder Deutschlands ein.

Erfahren Sie mehr über Silvas Flug durch die Wildnis und werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen.

Sie sind neugierig auf mehr Wildnis? Dann schauen Sie sich den Film „Entdecke Wildnis“ an oder besuchen Sie ein Wildnisgebiet vor Ihrer Haustür.

Neue Studie zum Wildnispotential sächsischer Flächen

Das bundesweite Ziel, zwei Prozent der Landesfläche als Wildnisgebiete auszuweisen, könnte Sachsen erfüllen: die entsprechenden Flächen wären vorhanden. Das belegt die vom NABU Sachsen und BUND Sachsen beauftragte Studie zur Wildnisentwicklung in Sachsen. Insgesamt werden 21 Gebiete in unterschiedlichen Naturräumen vorgeschlagen, die sich aus naturschutzfachlicher Sicht als potentielle Wildnisgebiete eignen.

„Unsere Studie zeigt, dass weitgehend unzerschnittene, naturschutzfachlich relevante Räume in ausreichender Größe in Sachsen tatsächlich noch existieren – wir müssen sie nur schützen und möglich machen, dass die Flächen sich zur Wildnis entwickeln“, erklärt David Greve, Landesgeschäftsführer des BUND Sachsen. „Besondere Chancen ergeben sich zum Beispiel in Tagebaufolgelandschaften oder an Truppenübungsplätzen, die jeweils nach der Stilllegung als Wildnis ausgewiesen werden können.“

Die Liste der vorgestellten Gebietsvorschläge soll der Landespolitik eine fachliche Basis zur Auswahl von neuen Wildnisflächen bieten. Unterstützt wurde die Wildnisstudie durch die Naturstiftung David, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt und die Regina Bauer Stiftung.

Weitere Informationen:
Pressemitteilung des BUND Sachsen
Die Wildnisstudie Sachsen finden Sie hier.

 

Broschüren und gute Gründe für Wildnis finden Sie auch hier:

 

Entdecken Sie auch die bestehenden sächsischen Wildnisgebiete und weitere Wildnis in Ihrer Nähe!

Neues Auenschutzgebiet in Bayern

Im Donau-Auwald wird ein etwa 960 Hektar großes Schutzgebiet entstehen. Diese erfreuliche Nachricht hat Forstministerin Michaela Kaniber bei einer Pressekonferenz angekündigt. Alle staatlichen Auwälder im Verantwortungsbereich der Bayerischen Staatsforsten zwischen der Lechmündung bei Marxheim und dem Neuburger Stadtgebiet werden nach Art. 12a BayWaldG zu Naturwaldflächen erklärt. Ab sofort werden die Wälder dort nicht mehr bewirtschaftet. Nur notwendige Maßnahmen des Waldschutzes und der Verkehrssicherung bleiben erlaubt. In Zukunft soll das Gebiet weiter vergrößert werden. Ministerpräsident Dr. Söder hat ein insgesamt rund 2.000 Hektar großes Auenschutzgebiet an der Donau angekündigt.

 

Weitere Informationen:
Presseinfo des Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. und der Gregor Louisoder Umweltstiftung
Große, unzerschnittene Wildnisgebiete vor Ihrer Haustür

Wir für Wildnis: Die Deutsche Wildtier Stiftung tritt der Initiative bei

Wir heißen die Deutsche Wildtier Stiftung als neue Partnerin der Initiative „Wildnis in Deutschland“ willkommen!

Deutschlands wilde Tiere schützen und deren Lebensräume erhalten, Menschen für die Einzigartigkeit der heimischen Wildtiere begeistern und der Naturentfremdung entgegenwirken – dafür setzt sich die Deutsche Wildtier Stiftung mit ihren Mitarbeitern ein.

Petra Riemann unterstützt die Stiftung im Bereich Natur- und Artenschutz. Im Rahmen der Initiative „Wildnis in Deutschland“ ist sie die neue Ansprechpartnerin insbesondere für Themen rund um das Nationale Naturerbe und Wildnis. Für Sie bedeutet Wildnis zuzulassen, die Gesetze der Natur zu akzeptieren:

Durch den Einsatz für mehr Wildnisflächen schaffen wir Rückzugsorte, in denen sich die natürliche Vielfalt wildlebender Tiere und Pflanzen wieder einstellen kann.“

Mehr Infos zur neuen Partnerin und der Initiative:

Die Deutsche Wildtier Stiftung

Wir für Wildnis: Alle Partner der Initiative „Wildnis in Deutschland“