ZDF „Frontal 21“ Reportage: Deutschland verfehlt Waldschutzziele

Kann Deutschland seine Waldschutzziele erreichen? In Zeiten großflächiger Waldbrände im Amazonasgebiet erlangt das Thema Wald wieder weltweite Aufmerksamkeit. Das ZDF Politmagazin „Frontal 21“ betrachtet die Situation deutscher Wälder und zeigte am 03.09.19 dazu einen Beitrag mit dem Titel „Das Märchen vom deutschen Wald“.

Das 2007 gesetzte Ziel der Bundesregierung 5 % der Wälder bis 2020 aus der Nutzung zu nehmen wurde bisher nur von drei Bundesländern erreicht. Das ergaben die Recherchen des ZDF. Besonders die waldreichen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern sind Schlusslichter in Sachen Wildnis in Wäldern. Auch eine kürzlich durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) veröffentlichte Studie zeigt, dass es in Deutschland erst auf 2,8 % der Landesfläche Naturwälder gibt.

 

ZDF Beitrag „Das Märchen vom Wald“ in Frontal 21 (ab 8:47 – 19:48 min), abrufbar bis 03.09.2020.
ZDF Pressestatement zur Frontal 21 Reportage „Das Märchen vom Wald“.
Mehr zur ZDF-Umfrage der Frontal 21 Reportage „Das Märchen vom Wald“.
Stellungnahme der Gregor Louisoder Umweltstiftung zum Beitrag des ZDF und der Situation in Bayern.

Mehr Infos zur Naturwaldstudie des BfN.

Mehr Infos zum Wildnisziel und dem Potential für mehr Wildnis sowie zu den Gründen für mehr Wildnis.

Wildnisfonds für Deutschland

Berlin, 9. Juli 2019 – Deutschland soll wilder werden. Das Bundesumweltministerium hat heute den mit zehn Millionen Euro ausgestatteten Wildnisfonds vorgestellt, der künftig die Sicherung von großen Wildnisgebieten unterstützt. Die Initiative „Wildnis in Deutschland“ hatte von der Bundesregierung die Einrichtung dieses Förderprogramms gefordert, um den Verlust von Arten und Lebensräumen in Deutschland zu stoppen.

Die Bundesregierung hat sich bereits 2007 mit ihrer Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt das Ziel gesetzt, dass sich bis 2020 die Natur auf mindestens zwei Prozent der Landesfläche wieder frei entwickeln darf. Zum jetzigen Zeitpunkt ist lediglich etwas mehr als ein halbes Prozent erreicht. Die Zeit zum Handeln ist also knapp. Daher ist es dringend nötig, dass dieses Vorhaben eine adäquate finanzielle Unterstützung bekommt. Das neue Förderprogramm „Wildnisfonds“ soll es insbesondere Naturschutzorganisationen und Stiftungen ermöglichen, mit staatlicher Unterstützung Flächen oder deren Nutzungsrechte zu kaufen, die sich für die Wildnisentwicklung eignen. „Wollen wir das Artensterben aufhalten, müssen wir groß denken, deshalb ist der Wildnisfonds genau der richtige Impuls“, sagt Manuel Schweiger, Koordinator der Initiative, der sich 18 Naturschutzorganisationen angeschlossen haben. Der Wildnisfonds hilft, große zusammenhängende Naturlandschaften zu sichern. So können Wildnisgebiete mit gesamtstaatlicher Bedeutung entstehen.

Weitere Informationen:
Pressemitteilung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Pressemitteilung der Initiative „Wildnis in Deutschland“

Weitere Informationen zum Wildnisfonds

Kontakt:
Initiative „Wildnis in Deutschland“
Manuel Schweiger
Zoologische Gesellschaft Frankfurt | Referat Europa
Bernhard-Grzimek-Allee 1, 60316 Frankfurt
Tel. +49 (0)69 943 446-33, E-Mail: wildnis@fzs.org
www.wildnis-in-deutschland.de

Heute feiern wir den ersten Tag der Buchenwälder

Heute hat die BundesBürgerInitiative WaldSchutz (BBIWS) gemeinsam mit der Succow Stiftung, der Naturwald Akademie, ROBIN WOODD, dem Nationalpark Hainich und Wohllebens Waldakademie den Tag des Buchenwalds ausgerufen.

Natürliche Buchen- und Buchenmischwälder kamen in Deutschland – im Kerngebiet der europäischen Buchenverbreitung – ursprünglich auf circa 70 Prozent der  heutigen Bundesfläche vor. Davon sind je nach Buchenwaldtyp 50 bis 90 Prozent verloren gegangen. Der aktuelle Buchenwaldbestand umfasst lediglich noch etwa 16.800 km².

Ein effektiver Schutz findet nur im Promillebereich statt. Daher ist es notwenig, große Schutzgebiete zu schaffen, in denen sich Buchenwälder und Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Pilzarten wieder natürlich entwickeln können.

Warum heute? Heute vor acht Jahren, am 25. Juni 2011, erhielten fünf deutsche Buchenwaldgebiete von der UNESCO die Anerkennung als Weltnaturerbestätten. Das ist Ehre und auch Verpflichtung zugleich, den Schutz dieser Wälder ernst zu nehmen und ein passender Anlass, den Wert dieser Wälder in dass öffentliche Bewusstsein zu rücken.

https://www.bundesbuergerinitiative-waldschutz.de/pressemitteilungen/pm-zum-tag-der-buchenw%C3%A4lder/

http://www.succow-stiftung.de/nachrichten/items/tag-fuer-buchenwaelder.html

Die von der UNESCO ausgezeichneten Buchenwaldgebiete sind:

Nationalpark Jasmund (Mecklenburg-Vorpommern)

Serrahn im Müritz-Nationalpark (Mecklenburg-Vorpommern)

Grumsin im UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (Brandenburg)

Nationalpark Hainich (Thüringen)

Nationalpark Kellerwald-Edersee (Hessen)

Neue Broschüre: Wildnis in Sachsen? Fragen und Antworten

Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat eine neue Broschüre „Wildnis in Sachsen? Fragen und Antworten“ veröffentlicht. Was ist Wildnis? Gibt es noch Wildnis in Deutschland und wo gibt es Wildnisgebiete in Sachsen? Wozu brauchen wir Wildnis? Diesen und vielen weiteren spannenden Fragen wird in der Broschüre aus der Perspektive Sachsens auf den Grund gegangen. Sie regt zum Nachdenken an und lädt ein, Wildnis zu entdecken und erleben.

Die Broschüre „Wildnis in Sachsen? Fragen und Antworten“ sowie eine Werbepostkarte können Sie hier herunterladen.

 

Weitere Broschüren und gute Gründe für Wildnis finden Sie auch hier:

Lernen Sie auch die Wildnisgebiete in Ihrer Nähe kennen.

EUROPARC Deutschland e. V. veröffentlicht Kriterienkatalog für Wildnisgebiete

Der 2019 von EUROPARC Deutschland e. V. veröffentlichte Kriterienkatalog legt Standards für die Auswahl von Wildnisgebieten als Teil der Nationalen Naturlandschaften fest. Neben Nationalparks, Biosphärenreservaten und Naturparks bindet er damit auch besondere Wildnisgebiete in die Nationalen Naturlandschaften ein.

Die neuen Qualitätskriterien für Nationale Naturlandschaften Wildnisgebiete (NNL-Wildnisgebiete) bauen auf den Kriterien zur Auswahl großflächiger Wildnisgebiete im Sinne der Nationalen Biodiversitätsstrategie (NBS) auf. Die Kriterienkataloge unterscheiden sich vor allem in der angestrebten Mindestgröße der Gebiete und den Rechtsgrundlagen. Als Mindeststandard für die Auswahl der NNL-Wildnisgebiete wird eine Größe von 3.000 ha für die Kern- und Entwicklungszone des Gebiets vorgegeben. Das gesamte Gebiet muss außerdem als Naturschutzgebiet (§ 23 BNatSchG) dauerhaft gesichert sein.
Die Auswahlkriterien der NNL-Wildnisgebiete orientieren sich an der Managementkategorie I b IUCN „Wildnerness Areas“.

 

Der Kriterienkatalog „Standards für die Auswahl von Wildnisgebieten als Teil der Nationalen Naturlandschaften“ steht hier zum Download bereit.

Die Pressemitteilung zum Kriterienkatalog von EUROPARC Deutschland e. V. finden Sie hier.

 

Das erste Wildnisgebiet der Nationalen Naturlandschaften, die Königsbrücker Heide und weitere Wildnisgebiete entdecken Sie hier.

Bayern: Mehrere tausend Hektar Wald sollen zu Naturwald werden

Anfang April 2019 verkündete die Bayerische Staatsregierung den Gesetzesentwurf des erfolgreichen Volksbegehrens Artenvielfalt „Rettet die Bienen“ anzunehmen und darüber hinaus noch weitere Maßnahmen zu erarbeiten.

Jetzt liegt dem Trägerkreis des Volksbegehrens auch der Entwurf des Begleitgesetzes „Gesamtgesellschaftliches Artenschutzgesetz – Versöhnungsgesetz“ vor, in dem die Bayerische Staatsregierung unter anderem ankündigt, einige tausend Hektar Staatswald im Steigerwald, Spessart und an den Donau- und Isarauen noch dieses Jahr aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen.

„Alle angekündigten Gebiete verfügen über eine herausragende naturschutzfachliche Bedeutung zur Sicherung der Biologischen Vielfalt in Bayerns Wäldern, die ihnen durch die Entnahme aus der Nutzung endlich gerecht wird“, so Dr. Nobert Schäffer, Vorsitzender des LBV Bayern.

 

Stellungnahme des Trägerkreises Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen!“ zum Begleitgesetz

Pressemitteilung des LBV Bayern

Stellungnahme der Gregor Louisoder Umweltstiftung

Infos zu bestehenden bayerischen Wildnisgebieten finden Sie hier.

Gründe für Wildnis und mehr Infos zur natürlichen Waldentwicklung finden Sie auch hier.

Naturwälder für Hessen

Die Hessische Umweltministerin Priska Hinz hat am Dienstag, den 9. April insgesamt 6.400 Hektar Staatswaldflächen vorgestellt, auf denen künftig auf forstwirtschaftliche Nutzung verzichtet wird.

Die Naturschutzverbände BUND Hessen, Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz, NABU Hessen sowie die Zoologische Gesellschaft Frankfurt freuen sich insbesondere über acht große Waldgebiete, die sich künftig natürlich entwickeln dürfen und aus ihrem Konzept „Land der Naturwälder“ (weitgehend) übernommen wurden. Besonders die großen zusammenhängenden Bereiche im Reinhardswald, am Vogelsberg, am Grünen Band bei Wanfried und im Kammerforst (Rheingau) sind ein großer Gewinn für Mensch und Natur. Ein herausragender Erfolg ist der Schutz der nördlichen Ederseesteilhänge, der eine Erweiterung des Nationalparks Kellerwald-Edersee in greifbare Nähe rückt. Die großen Schutzgebiete sind die Voraussetzungen für ein umfassendes Naturwaldverbundsystem in Hessen, in denen Wälder wieder alt werden dürfen.

Die veröffentlichten Pressemitteilungen der Umweltministerin und der Initiative „Wildnis in Deutschland“ finden Sie hier:

Pressemitteilung des Umweltministeriums in Hessen
Pressemitteilung von BUND, HGON, NABU und ZGF

Das Konzept der Naturschutzorganisationen mit 25 konkreten Vorschlägen für große Waldschutzgebiete in Hessen finden Sie hier.

Studie zeigt: Deutschland hat zu wenige Naturwälder

Erreicht die Bundesregierung ihr selbst gestecktes Ziel, fünf Prozent der Wälder bis 2020 aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen? Eine neue Studie im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz sagt Nein. Aktuell betrage der Anteil der Naturwälder in Deutschland nur 2,8 Prozent.

Für den BUND stellt die Bilanz zum Anteil der Naturwälder ein Armutszeugnis für Deutschland dar. Gemeinsam mit anderen Naturschutzverbänden fordert der BUND ein Programm zur Förderung und Sicherung von Naturwäldern auf den Weg zu bringen, in das Bund, Länder und Kommunen einbezogen werden.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke erkennt die Bemühungen einiger Bundesländer wie Baden-Württemberg, Hessen oder Thüringen zwar an, Wälder unter Schutz zu stellen, aber meist seien die ausgewiesenen Waldgebiete zu klein.

Die Pressemitteilungen und weitere Informationen zur natürlichen Waldentwicklung in Deutschland finden Sie hier:

Pressemitteilung Bundesamt für Naturschutz und Nordwestdeutsche Forstliche Versuschsanstalt
Pressemitteilung NABU
Pressemitteilung BUND
Infos zur aktualisierten Bilanz der Bundesweiten NWE-Kulisse (NWE= natürliche Waldentwicklung)

 

In der Initiative „Wildnis in Deutschland“ haben NABU Hessen, BUND Hessen, HGON, ZGF, Greenpeace und WWF Deutschland bereits 2018 25 Vorschläge für große Waldschutzgebiete in einem Konzept vorgelegt, um das fünf Prozent Ziel im Bundesland Hessen zu unterstützen.

Neue Ausstellung und Vortragsreihe in München: „Die Entdeckung der Wildnis

Unter dem Titel „Die Entdeckung der Wildnis – Aldo Leopold und die Folgen“ eröffnet am 18. März eine Sonderausstellung im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum in München.

Für Aldo Leopold war Wildnis Abenteuer und Artenschutz zugleich. 70 Jahre nach dem Tod des amerikanischen Forstwissenschaftlers, Wildbiologen und Schriftstellers wirft die Ausstellung einen Blick auf das Leben des Pioniers des Wildnis- und Naturschutzes und welche Auswirkungen sein Schaffen auf diesen Gebieten bis heute hat.

Mehr zum Thema Wildnis und Aldo Leopold erfahren Interessenten in begleitenden Vorträgen und Diskussionen. Den Auftaktvortrag des Rahmenprogramms hält Manuel Schweiger, Wildnisreferent der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt zum Thema „Wie viel Wildnis braucht Deutschland?“ am 12. April um 19 Uhr.

Eine Kuratoren Führung mit Till Mayer findet am 07.04. um 15.30 Uhr statt. Alle weiteren Veranstaltungstermine des Begleitprogramms finden Sie hier.

Neue Studie zeigt: Hohe Akzeptanz gegenüber bayerischen Nationalparks

Die Akzeptanz und Bekanntheit der bayerischen Nationalparks in der Bevölkerung ist weiter gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommen Würzburger Wissenschaftler um Hubert Job in ihrer neuen Studie „Akzeptanz der bayerischen Nationalparks“. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer, der bayernweiten Online-Befragung, besuchten schon einmal einen der beiden Parks. Darüber hinaus würden 95 Prozent der Befragten für das Weiterbestehen der Nationalparks stimmen, müssten sie sich bei einer anstehenden Wahl dazu positionieren.

Befürwortet werden die beiden Parks auch von den Bewohnern der angrenzenden Gemeinden. Im Vergleich zu einer Befragung aus dem Jahr 2007 hat sich die Zustimmung der lokalen Bevölkerung im Bayerischen Wald um 10 Prozentpunkte auf 86 Prozent gesteigert. Dieses Ergebnis ist für die Wissenschaftler und die Nationalparkverwaltung gleicherweise interessant, denn die größten Akzeptanzdefizite finden sich meist im direkten Umfeld der Nationalparks.

Fokus der Studie lag neben der Analyse der Gesamtakzeptanz daher auf den regionalen Herausforderungen und weiteren Themen wie Tourismus, Landnutzungskonflikten und der Wahrnehmung der Nationalparkverwaltung.

Alle Ergebnisse der Studie ,,Akzeptanz der bayerischen Nationalparks – Ein Beitrag zum sozioökonomischen Monitoring in den Nationalparks Bayerischer Wald und Berchtesgaden“ der Autoren Hubert Job, Maike Fließbach-Schendzielorz, Sarah Bittlingmaier, Anne Herling und Manuel Woltering finden Sie hier.