Wildnispotenzial auf ehemaligen Militärflächen
Diese Publikation ist der Abschlussbericht zum F+E-Projektes „Potenzial von aktuell und ehemals genutzten militärischen Flächen für das Erreichen des 2 %-Wildnisziels der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt“.
Ehemalige (ungenutzte) Militärflächen (insbesondere Truppenübungsplätze, Standortübungsplätze) haben aufgrund ihrer Größe und Unzerschnittenheit grundsätzlich ein sehr hohes Potenzial für die Entwicklung von Wildnisgebieten und werden deshalb in der Nationalen Biodiversitätsstrategie auch explizit benannt. In Deutschland gibt es derzeit rund 630 ehemalige und aktiv genutzte Militärflächen mit einer Gesamtfläche von ca. 685.000 ha. Etwa ein Sechstel dieser Flächen ist größer als 1.000 ha. Allerdings ist nicht jede ausreichend große Militärfläche automatisch als Wildnisgebiet geeignet. Auf vielen Übungsplätzen haben sich durch die militärische Nutzung naturschutzfachlich wertvolle Offenlandlebensräume entwickelt, beispielsweise Heiden und Sandmagerrasen. Diese artenreichen Lebensräume waren früher weit verbreitet und sind durch die intensive Landnutzung in der Kulturlandschaft immer weiter zurückgedrängt worden. Nicht selten haben sie ihr letztes Refugium auf militärisch genutzten Flächen gefunden. Da die Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung auch den Erhalt der an die Kulturlandschaft gebundenen Artenvielfalt fordert, konkurrieren auf den Militärflächen mitunter verschiedene Naturschutzstrategien. Hier gilt es, tragbare Kompromisse zu finden.
Ziel des im Rahmen des vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) geförderten F+E-Projektes „Potenzial von aktuell und ehemals genutzten militärischen Flächen für das Erreichen des 2 %-Wildnisziels der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt“ war es, den Suchraum „Militärflächen“ hinsichtlich realisierbarer (großflächiger) Wildnisgebiete zu beleuchten und geeignete Flächen zu identifizieren.


Schirn Kunsthalle Frankfurt
Verband Deutscher Naturparke (VDN)