Wildnisart Elch
Friedliche Riesen in unberührter Natur
Wer an Elche denkt, denkt meist an die Wildnis in Norwegen, Schweden oder Kanada – doch auch in Deutschland waren Elche bis zum zweiten Weltkrieg zu Hause.
Warum der Elch aus Deutschland verschwand
Der Elch liebt es ungestört. In dichten Wäldern kann er am besten vor seinen Fressfeinden, wie Wölfen und Bären flüchten. Dank seiner langen Beine steigt er über bodennahen Bewuchs einfach darüber. Ist es ihm zu heiß, dann nimmt er gerne ein Bad in kühlenden Gewässern. Bis zum zweiten Weltkrieg gab es auch in Deutschland eine stabile Population an Elchen. Die wachsende Bevölkerung und die fortschreitende Ausdehnung von Siedlungen, landwirtschaftlichen Flächen sowie Rodungen und Entwässerungen drängten ihn jedoch immer weiter zurück. Durch die Wirren des Krieges wanderte er ganz aus. Erst in den letzten Jahren kehren vereinzelte Elche wieder aus Polen und Tschechien nach Deutschland zurück. Was bräuchten die Elche, um sich wieder dauerhaft ansiedeln zu können?
Mehr Wildnis in Deutschland für den Elch
Ein gutes Nahrungsangebot, Schutz vor Fressfeinden, geringer Jagddruck und kühle Sommer sind die Bedingungen, die Elche lieben. So schreibt es die Deutsche Wildtier Stiftung. Wildnisgebiete könnten dem Elch zu Gute kommen: Wildnisgebiete sind groß, ruhig und werden wirtschaftlich nicht genutzt. Elche würden von großflächiger Wildnis profitieren, da sie ortstreu sind und ein Territorium von mehreren hundert bis über tausend Hektar benötigen. Zudem sind Wildnisgebiete oftmals struktureiche Nadel- und Mischwälder, feuchte Auen und Moore bzw. können sich durch die Ausweisung als Wildnisentwicklungsgebiet dazu entwickeln. Für Elche sind dies optimale Lebensbedingungen.
Mehr biologische Vielfalt durch den Elch
Bieten wir dem Elch einen Lebensraum, bekommen wir dafür auch etwas zurück: biologische Vielfalt. Elche gehören zu den großen Pflanzenfressern, sogenannte Megaherbivoren. Rund eine halbe Tonne bringen ausgewachsene Elche auf die Waage und das allein durch pflanzliche Ernährung. Rund 30 Kilogramm junge Triebe, Knospen und Blätter verspeisen sie täglich. Durch ihre Nahrungsaufnahme verändern sie die Landschaft in der sie Leben. Auf Teilflächen kann eine lichtere bis offene Vegetation entstehen. Damit tragen Elche und auch andere Megaherbivoren wie beispielsweise Rothirsche zu mehr Landschaftsvielfalt bei. Es entstehen unterschiedlich strukturierte Lebensräume, von denen viele Tier- und Pflanzenarten profitieren.
Der Elch als Symbol für unberührte Natur
Was heute noch als typisch für Schweden, Norwegen und Kanada gilt, könnte auch in Deutschland wieder erlebbar werden: Landschaften, in denen natürliche Prozesse Vorrang haben und der Elch als dauerhafter Bewohner und Landschaftsgestalter.
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