Hohe Schrecke

Alter Wald – neu entdeckt

Kurzbeschreibung

Die Hohe Schrecke ist ein rund 7.350 Hektar großes nahezu unzerschnittenes Waldgebiet am Nordrand des Thüringer Beckens. Große Teile wurden zwischen 1938 und 1993 militärisch genutzt. Im Rahmen eines von der Naturstiftung David durchgeführten Naturschutzgroßprojektes werden langfristig zwei großflächige Wildnisgebiete mit insgesamt rund 2.000 Hektar etabliert.

Highlights

Der Wald in der Hohen Schrecke wurde während der militärischen Nutzung kaum abgeholzt. Deshalb konnten sich hier rund 50 Jahre lang urwaldähnliche Bereiche entwickeln. Aufgrund der Lößlehmauflage sind die Bäume (in der Regel Buchen) in der Hohen Schrecke besonders wüchsig und von beeindruckender Dimension. Im Gebiet  konnten bis dato insgesamt 13 sogenannter Urwald-Reliktarten nachgewiesen werden – Käfer, die eine besonders lange Waldtradition anzeigen. Die Hohe Schrecke gilt zudem als der fledermausreichste Wald in Thüringen. Wissenschaftler konnten unter der Rinde einer (!) Buche insgesamt über 600 trächtige Fledermaus-Weibchen nachweisen. Belegt ist ebenso das Vorkommen der Wildkatze. Luchs und Wolf werden erwartet.

Forschung

Im Zuge des Naturschutzgroßprojektes wurde die Hohe Schrecke umfassend untersucht. Eine Waldbiotopkartierung sowie eine Stichprobeninventur mit Linientaxation geben einen umfassenden Überblick zu den Waldstrukturen. Untersucht wurden außerdem die Artengruppen Fledermäuse, Käfer, Vögel und Pilze. Ebenso die Wildkatze. Das Monitoring wird im Jahr 2022 wiederholt.

Lage

Thüringen / Sachsen-Anhalt
Mittelstädte: Artern, Kölleda, Nebra
Großstädte: Erfurt, Halle (Saale)

Größe

Rund 2.000 Hektar des insgesamt  7.350 Hektar großen Schrecke-Waldes werden bis spätestens 2023 als Wildnisgebiet gesichert.

Zonierung

Gesamtfläche Hohe Schrecke: 7.350 ha

Davon zukünftige Wildniszone: Knapp 2.000 ha – bestehend aus zwei Teilgebieten

  1. 1.700 ha (bis dato gesichert: 1.550 ha)
  2. 270 ha (bis dato gesichert: 237 ha)

Zusätzlich wird eine weitere Wildnisinsel (rund 80 Hektar) im Norden der Hohen Schrecke gesichert (vor allem Flächen des Nationalen Naturerbes).

Auf welcher Fläche findet Wildtiermanagement bzw. Jagd statt und gibt es Pläne diese zu reduzieren?

Derzeit findet ein Wildtiermanagement statt. Auf einer Teilfläche („Plateau“) soll perspektivisch eine Jagdruhezone eingerichtet werden.

Wildnis erleben

Derzeit wird ein neues Wander- und Radwegenetz in der Hohen Schrecke etabliert. Die Zahl der Wege wird reduziert um insbesondere die große Wildnis-Teilfläche zu beruhigen. Ausgewählte urwüchsige Bereiche des Waldes aber werden besser als bisher erlebbar. Zertifizierte Natur- und Landschaftsführer bieten Exkursionen zu festen Terminen sowie individuelle Wanderungen an. www.tourismus.hoheschrecke.de

Kontakt

Naturstiftung David
Trommsdorffstrasse 5
99084 Erfurt
0361 / 5 55 03 30

Unterstützen

Naturstiftung David
Adrian Johst
Trommsdorffstrasse 5
99084 Erfurt
0361 / 5 55 03 30