Ehrenamtliche Wildnisunterstützer*innen vernetzten sich im Nationalpark Harz
Wernigerode, 05.03.2026., Pressemittelung des Nationalpark Harz, bearbeitet
„Mehr Wildnis durch freiwilliges Engagement“ lautete der Titel einer Netzwerkveranstaltung am 28. Februar und 1. März, zu der die KlimaWildnisZentrale freiwillig Engagierte an das Natur-Erlebniszentrum HohneHof im Nationalpark Harz eingeladen hatte. Das Angebot richtete sich an Menschen, die sich um die Neuausweisung oder Vergrößerung von Wildnis bemühen wie beispielsweise Mitglieder von Bürgerinitiativen und Naturschutzverbänden oder Aktive in Schutzgebieten. Ziel der Veranstaltung war es, die Teilnehmenden darüber zu informieren, wie Waldwildnis – und damit ein dauerhaft klimaresilienter natürlicher Wald – zum natürlichen Klimaschutz beitragen kann, ihnen für Diskussionen und Debatten gute Argumente für Wildnis an die Hand zu geben, und dabei das Thema Klimawandel noch stärker kommunikativ zu nutzen.
Vorträge, Exkursion, Diskussion: Programm der Vernetzungsveranstaltung
Neben einer gemeinsamen Exkursion mit Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch in den Nationalpark standen unter anderem eine Reihe von Experten-Vorträgen auf dem Programm. Georg Messerer von der KlimaWildnisZentrale erläuterte, vor welchen Herausforderungen die Wildnisentwicklung aktuell steht und wie Wildnisentwicklung vorangebracht werden kann, etwa in Form von speziellen Förderprogrammen.
Torsten Welle, Geschäftsführer und Leiter Wissenschaft und Forschung der Naturwaldakademie beleuchtete in einem wissenschaftlichen Vortrag, wie gerade unbewirtschaftete alte Wälder zum Klimaschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen.
Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch gab einen Einblick in die Arbeit der Schutzgebietsverwaltung im Spannungsfeld zwischen Naturschutz und Tourismus im Harz und den Umgang mit der kontroversen Totholz-Thematik.
Christiane Bohn, stellvertretende Leiterin der KlimaWildnisZentrale, führte durch die Veranstaltung.
Eindrücke der Veranstaltungsteilnehmenden
Die Teilnehmenden kamen aus verschiedenen Regionen Deutschlands, beispielsweise aus Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, aber auch aus Sachsen-Anhalt.
Teilnehmerin Nadine Fischer, ehrenamtliche Nationalpark-Guide im Harz, lobte die Veranstaltung als eine tolle Möglichkeit der Vernetzung von Ehrenamtlichen im Feld „Wildnis-Erlebnis und -bildung“: „Gut, dass dieses wichtige Thema durch die KlimaWildnisZentrale sowie durch finanzielle Förderprogramme des Bundes unterstützt wird.“
Teilnehmer Tilo Geisel, Naturfotograf aus Brandenburg, war beeindruckt von der Landschaft im Nationalpark Harz. „Im Gegensatz zur landläufigen Ansicht, der Wald sei tot, sieht man hier, wie sich eine ursprünglich rein von der Nutzung geprägte Landschaft neu erschafft. Diese neue Wildnis bietet ein großes Potenzial für besondere Naturerlebnisse. Sie ist ein spannendes Objekt für das Monitoring nach solchen Absterbeereignissen wie Borkenkäferbefall.“
Hintergrundinformationen zur KlimaWildnisZentrale
Die KlimaWildnisZentrale berät, unterstützt und koordiniert im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz dort, wo neue Wildnis in Deutschland entsteht oder bereits existierende erweitert werden kann. Sie vernetzt Akteure, bringt das Thema in die Öffentlichkeit und berät zu den Wildnisförderprogrammen des Bundes.
Hintergrundinformationen zum Nationalpark Harz
Für den Nationalpark Harz gehören die Themen Wildnis und Klimaschutz zum Selbstverständnis und gesellschaftlichen Auftrag als Schutzgebietsverwaltung, daher freute sich die Nationalparkveranstaltung, Gastgeber der Veranstaltung zu sein.
Der Nationalpark Harz ist einer der größten deutschen Waldnationalparke und der erste länderübergreifende Nationalpark Deutschlands. 97 Prozent der Nationalparkfläche sind mit Wald bedeckt. Mit nahezu 25.000 Hektar Fläche nimmt er rund 10 Prozent der Gesamtfläche des Harzes ein. Mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten finden hier einen geschützten Lebensraum.
Die länderübergreifende Nationalparkverwaltung Harz hat ihren Sitz in Wernigerode. Sie ist für die Fläche des Nationalparks auch Untere Naturschutzbehörde, Wald- und Jagdbehörde.
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© Stefan Schwill