Gesucht: Neue Wildnisflächen in Mecklenburg-Vorpommern

Einblick in die KlimaWildnis-Auftaktveranstaltung der OSTSEESTIFTUNG

31. März 2026

Am 25. März 2026 startete im Ozeaneum in Stralsund das Projekt „KlimaWildnisBotschafterinnen im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns“ mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung. Rund 60 Vertreter*innen aus Politik, Forst, Naturschutz, Kirche und Landwirtschaft kamen auf Einladung der OSTSEESTIFTUNG zusammen, um sich über die Zukunft der Wildnisentwicklung in der Region auszutauschen.

Programm der Auftaktveranstaltung

Die Veranstaltung wurde eröffnet durch Grußworte von Heiko Miraß, Parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg, sowie Eike Christiansen, Referatsleiter im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. In Vorträgen verdeutlichten Experten und Expertinnen, darunter Prof. em. Dr. Michael Succow sowie Stefan Schwill und Christiane Bohn von der KlimaWildnisZentrale, die wichtige Rolle von Wildnisgebieten für die Biodiversität, als Rückzugsräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten sowie als natürliche Kohlenstoffspeicher.

Herausforderungen und Chancen für Wildnis in der Region

In thematischen Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmenden anschließend konkrete Herausforderungen und Chancen für mehr Wildnis in der Region. „Insbesondere in einer durch Land- und Forstwirtschaft sowie den Tourismus geprägten Kulturlandschaft kommt es darauf an, Nutzung und ungesteuerte Entwicklung gemeinsam zu denken. Ziel ist es daher nicht, bestehende Nutzungen durch Wildnisflächen zu verdrängen, sondern integrativ mit dem Wissen der Menschen vor Ort geeignete Flächen und Lösungen zu entwickeln. Eine reduzierte Nutzungsintensität kann dabei einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, zur biologischen Vielfalt sowie zu einer vielfältigen, mosaikartigen Landschaft leisten“, fasste Georg Nikelski, geschäftsführender Vorstand der OSTSEESTIFTUNG, zusammen.

Für Wildnis begeistern und Wildnis schaffen

Claudia Reese und Robin Brandt sind die KlimaWildnisbotschafterInnen der OSTSEESTIFTUNG. In den nächsten drei Jahren machen sie sich auf die Suche nach potenziellen Wildnisflächen im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns – entlang der Küstenregion und auf der Insel Rügen. Gleichzeitig werden sie für mehr Wildnisbewusstsein werben und den Austausch zwischen unterschiedlichen Interessensgruppen fördern. Durch Gesprächs- und Beratungsangebote sollen Flächeneigentümer*innen, Kommunen und weitere Interessierte über Potenziale von Wildnisflächen informiert und bei der Umsetzung von Wildnisprojekten begleitet werden. „Die Auftaktveranstaltung hat gezeigt, wie groß das Interesse am Thema Wildnis in der Küstenregion ist. Wenn wir Menschen für natürliche Prozesse begeistern, profitieren langfristig Klima, Natur und Gesellschaft gleichermaßen“, so Brandt.

Ziel ist es, in den kommenden Jahren möglichst viele geeignete Flächen für eine ungesteuerte Entwicklung zu gewinnen. Die staatlichen Förderprogramme Wildnisfonds und KlimaWildnis sind dafür eine wichtige Voraussetzung.