Wildnisstudie Sachsen
Wildnis zu finden, ist heute nicht nur in Europa, sondern auch und gerade in Deutschland und Sachsen nicht einfach. In Sachsen können zwei Gebiete mit viel Wohlwollen als Wildnisgebiete bezeichnet werden: Teile des Nationalparks Sächsische Schweiz und des Naturschutzgebiets Königsbrücker Heide. Zusammen haben die beiden „wilden“ Kernzonen dieser Schutzgebiete gut 100 Quadratkilometer Fläche – nehmen also nur gut ein halbes Prozent der Landesfläche Sachsens ein.
Deshalb haben die beiden Naturschutzverbände die vorliegende Studie in Auftrag gegeben, um zu ermitteln, ob es in Sachsen nicht noch mehr Flächen gibt, die relativ unproblematisch als Wildnisflächen ausgewiesen werden könnten. Als Kriterien hierfür haben die Verbände im Einklang mit vielen anderen Natur schutzverbänden eine Mindestgröße für derartige Flächen und eine weitestgehende Unzerschnittenheit durch Verkehrswege, Siedlungsräume und andere Landnutzer festgelegt. Würden diese Flächen unter Schutz gestellt, könnte viel Wildnis in Sachsen neu entstehen, wenn sich die Natur auf diesen Flächen wieder frei und vom Menschen weitestgehend unbeeinflusst entwickeln könnte. Wie die vorliegende Studie zeigt, wäre es durchaus möglich, sofort oder in naher Zukunft Flächen als Wildnis auszuweisen und damit der Natur wieder Raum zu geben – in einem zweiten Schritt müssten dann diese Gebiete wieder miteinander vernetzt werden, damit Arten sich wieder frei entwickeln können. Die Studie zeigt auch, wo sich welche potenziellen Zielkonflikte ergeben könnten.
Die Studie wurde 2019 im Auftrag von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Sachsen e. V. und NABU (Naturschutzbund Deutschland) erstellt.
Die Studie kann als PDF direkt heruntergeladen werden.

© MUNV NRW