Über die KlimaWildnisBotschafter
Lukas Kniep

Lukas Kniep © privat
Ich setze mich für mehr Wildnis ein, weil natürliche Prozesse widerstandsfähige und vielfältige Lebensräume schaffen können – besonders in Zeiten von Klimawandel und Artenverlust. Das südliche Bayern ist eine Region mit einer außergewöhnlichen Strukturvielfalt aus Bergen, Mooren, Seen, Flüssen und Wäldern. Gleichzeitig zeigt sich immer mehr, wie hoch der Druck auf viele Lebensräume geworden ist: Tourismus, Infrastruktur und intensive Nutzung beeinflussen selbst abgelegene Gebiete zunehmend. Zusätzlich zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels in den letzten Jahren in alpinen Bereichen besonders stark.
Gerade deshalb halte ich es für wichtig, Wildnis nicht als Gegenentwurf zur Kulturlandschaft zu verstehen, sondern als wertvollen Teil einer vielfältigen Landschaft, der Raum und Schutz braucht. Für mich bedeutet KlimaWildnis auch, unterschiedliche Interessen zusammenzubringen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln – nicht im Sinne eines „Entweder-oder“, sondern eines Miteinanders verschiedener Nutzungsformen. Moore, Wälder und Flusslandschaften leisten einen wichtigen Beitrag für Biodiversität, Wasserhaushalt und natürlichen Klimaschutz. Widerstandsfähige Ökosysteme entstehen dort, wo Natur sich entwickeln darf. Diese bieten wiederum gefährdeten und spezialisierten Arten einen Lebensraum.
Als KlimaWildnisBotschafter möchte ich dazu beitragen, Verständnis für diese Zusammenhänge zu schaffen und Menschen für den Wert eigendynamischer Natur zu begeistern. Besonders wichtig ist mir dabei der Dialog vor Ort von dem Klima, Biodiversität und letztlich auch wir Menschen profitieren.
Jakob Pokorny

Jakob Pokorny © privat
Ich komme aus dem bayerischen Voralpenland und diese von landwirtschaftlicher Nutzung geprägte Kulturlandschaft hat mein Naturverständnis maßgeblich geprägt. Der Wald nebenan war ein selbstverständlicher Teil meiner Umgebung. Als dort größere Flächen abgeholzt wurden, war das ein prägender Einschnitt, der mir gezeigt hat, wie schnell selbst vertraute Naturräume verschwinden können.
Heute erlebe ich täglich, wie viele Ansprüche auf unsere Landschaft wirken. Land‑ und Forstwirtschaft, Tourismus, Siedlungsentwicklung, Verkehr und Energieerzeugung konkurrieren um Fläche und werden politisch priorisiert. In diesem Spannungsfeld bleibt für Natur und für natürliche Prozesse oft kaum noch Raum.
In meiner Naturschutzarbeit beim LBV geht es daher häufig um den Erhalt von Lebensräumen durch Pflege. Das geschieht meist durch gezielte menschliche Eingriffe oder durch Beweidung. So kann kleinräumig innerhalb einer intensiv genutzten Landschaft ein Beitrag zur Förderung der Biodiversität geleistet werden. Wirkliche Wildnis hat in Südbayern hingegen nur noch sehr wenig Platz, da nahezu jede Fläche in irgendeiner Form genutzt wird.
Als KlimaWildnisBotschafter möchte ich vermitteln, dass Wildnis ohne Nutzung kein verlorenes Stück Land ist. Sie ermöglicht natürliche Entwicklung, bietet Rückzugsräume für Arten und stärkt die Resilienz unserer Landschaften, gerade im Hinblick auf den Klimawandel. Wildnis heißt für mich, der Natur wieder mehr Raum zu geben.
Über die Trägerinstitution
1909 gegründet ist der LBV – Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V. – der älteste Naturschutzverband in Bayern und zählt aktuell 117.000 Unterstützerinnen und Unterstützer. Der LBV setzt sich durch fachlich fundierte Natur- und Artenschutzprojekte sowie Umweltbildungsmaßnahmen für den Erhalt einer vielfältigen Natur und Vogelwelt im Freistaat ein. Der LBV setzt sich in Bayern dafür ein, dem Wert von Wildnis in der Gesellschaft mehr Anerkennung zu verschaffen.
Über den Projektraum
Das Projektgebiet liegt im Süden und Südwesten Bayerns. Große Teile des Gebiets liegen im Bereich der Alpen. Das Voralpenland mit einer Vielzahl an Mooren aller in Deutschland vorkommender Moortypen, Fließgewässern mit angrenzenden Auwaldbereichen sowie Seen mit naturnaher Ufervegetation weist eine deutschlandweit einzigartige und hohe Struktur- und Artenvielfalt auf.
Abgesehen vom Nationalpark Berchtesgaden gibt es keine großflächigen Wildnisgebiete in dieser Region. Es besteht jedoch ein ausgeprägtes Netzwerk an Naturwäldern und Naturwaldreservaten mit einer kombinierten Fläche von etwa 60.000 Hektar. Ziel des Projekts ist es, diese weiter zu vernetzen und Trittsteine durch kleinere Flächen mit eigendynamischer Entwicklung zu etablieren.
Bundesland: Bayern
Trägerorganisation: LBV – Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V.
Kontakt
LBV – Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V.
Landesgeschäftsstelle
Eisvogelweg 1
91161 Hilpoltstein
E-Mail:
lukas.kniep@lbv.de
jakob.pokorny@lbv.de
Telefon-Nr.:
Lukas Kniep: 08171 8180630
Jakob Pokorny: 0162 133 2712
Website: LBV – Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V.





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