Neue Infografik: Warum wir kleine und große Wildnis brauchen
20. August 2026
Wildnis ist nicht nur Natur, die sich dauerhaft ohne Steuerung durch den Menschen entwickeln darf. Wildnis trägt auch zum Gemeinwohl bei. Warum wir kleine KlimaWildnisFlächen genauso brauchen wie großflächige Wildnis, wird in dieser neuen Infografik erklärt.
Wildnis ist Natur ohne uns, aber für uns! So kann Wildnis am besten kurz gefasst werden. In der Wildnis darf sich die Natur dauerhaft aus ihren eigenen Kräften heraus entwickeln, ohne, dass wir Menschen steuernd eingreifen. Doch dies bedeutet nicht, dass wir Menschen nicht davon profitieren würden. Wildnis ist ein wertvoller Baustein im komplexen Gefüge von Maßnahmen zum Klima- und Naturschutz.
Was macht großflächige Wildnisgebiete so besonders?
Großflächige Wildnisgebiete sind mindestens 1000 Hektar groß; für Auen, Küsten, Moore und Seen gilt eine Mindestgröße von 500 Hektar. Bei einer solchen Größe erhalten natürliche Prozesse ausreichend Raum, um weitgehend ungesteuert vom Menschen ablaufen zu können. Auch ein Nebeneinander unterschiedlicher ökologischer Entwicklungsstadien wird so möglich. Verschiedene Arten erhalten so Lebensraum, der ihnen in der Kulturlandschaft fehlt.
Was können kleine Wildnisflächen leisten?
Auch kleinere Flächen wie KlimaWildnisFlächen sind wichtig. Hier gilt eine Mindestgröße von 50 Hektar bzw. 25 Hektar bei Auen, Küsten, Mooren, Seen oder besonders alten Wäldern. Diese kleinen Wildnisflächen leisten einen wichtigen Beitrag zum Biotopverbund. Großflächige Wildnisgebiete werden durch kleine Wildnisgebiete vernetzt. Zudem können KlimaWildnisFlächen dort entstehen, wo wenig Platz ist, zum Beispiel in der Nähe von Städten.
Wildnis trägt zum Gemeinwohl bei
Machen wir Platz für kleine und großflächige Wildnis dann erhalten wir im Gegenzug wertvolle Beiträge zum Gemeinwohl.
- Natürlicher Klimaschutz: In der Vegetation und in den Böden wird CO2 gespeichert. Wildnis leistet beispielsweise in heißen Sommern einen Beitrag zur Kühlung der Umgebungstemperatur, hält Wasser in der Landschaft und ist eine wertvolle Maßnahme für die Anpassung an Klimaauswirkungen – für uns Menschen, aber auch für Tier- und Pflanzenarten
- Biologische Vielfalt: Durch Strukturvielfalt bietet Wildnis vielen verschiedenen Tier- und Pflanzenarten Lebensräume, durch die Vernetzung wird der genetische Austausch innerhalb von Arten erhalten und eine Vielfalt von Lebensräumen und natürlichen Prozessen wird ermöglicht
- Resilienz: Durch standorttypische Lebensraum-, Arten- und genetische Vielfalt wird die Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit des gesamten Ökosystems gegenüber Klimaschwankungen und anderen Störungen erhöht.
- Zukunftsvorsorge: Durch Wildnis tragen wir dazu bei, natürliche Ressourcen zu sichern, Lernorte für Forschende zu schaffen und nicht zuletzt erhalten wir und zukünftige Generationen die Möglichkeit, Natur zu erleben und uns in der Natur zu erholen.
Wildnis wird vom Staat gefördert
Dies sind nur einige der Gründe, warum Wildnis auch staatlich gefördert wird. Laut nationaler Strategie zur biologischen Vielfalt sollen zwei Prozent der Landfläche Deutschlands Wildnis sein. Aktuell sind es nur 0,62 %. Für die Förderung von großflächiger Wildnis ab 1000 Hektar bzw. 500 Hektar gibt es den Wildnisfonds. Für kleine Wildnisflächen ab 50 Hektar bzw. 25 Hektar gibt es das Förderprogramm KlimaWildnis. Auch kleinere Flächen können gefördert werden, wenn sie bereits bestehende Wildnis erweitern.
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© Claudia Weigel