Broschüre „Wir für Wildnis: Wegweiser zu mehr Wildnis in Deutschland“ überarbeitet und neu aufgelegt
Die Initiative Wildnis in Deutschland, ein Bündnis aus 22 Naturschutzorganisationen, hat die Broschüre „Wir für Wildnis“ neu aufgelegt. Mit diesem „Wegweiser zu mehr Wildnis in Deutschland“ unterstreichen die 22 Naturschutzverbände und -stiftungen ihre Geschlossenheit mit inzwischen dreizehn gemeinsamen Positionen.
10. März 2026
Erstmals erschien die Broschüre „Wir für Wildnis“ im Jahr 2017. Nun wurde der Wegweiser zu mehr Wildnis in Deutschland überarbeitet: neue Positionen der Initiative Wildnis in Deutschland wurden ergänzt, bereits vorhandene Positionen redaktionell überarbeitet, großformatige Infografiken sowie Bilder aus der Wildnis eingefügt.
Handlungsempfehlungen und gute Gründe für mehr Wildnis
In der Broschüre geben die Experten*Expertinnen Handlungsempfehlungen für mehr Wildnis und zeigen gute Gründe auf, warum Wildnisgebiete in Deutschland für die Natur und für den Menschen von so großer Bedeutung sind.
Die Herausforderungen zum Schutz der biologischen Vielfalt in Zeiten von Klimawandel und Überschreitung mehrerer planetarer Grenzen sind immens und die damit einhergehende Handlungsaufforderung dringlich. Zum Erhalt unserer biologischen Vielfalt bedarf es der Anwendung verschiedener naturschutzfachlicher Konzepte – Prozessschutz ist eines davon. Großflächig angewendeter Prozessschutz bewirkt, dass sich Landschaften dynamisch und selbstständig wie bei keinem anderen Konzept entwickeln und ist damit unverzichtbar.
Schutz- und Wildnisziele für Deutschland
Der Anteil vorhandener Wildnisgebiete an der Landesfläche Deutschlands ist mit 0,62 Prozent im weltweiten und auch im europäischen Vergleich bisher sehr gering. Mehr Wildnis in Deutschland zu ermöglichen, erhöht auch die Glaubwürdigkeit Deutschlands im weltweiten Naturschutz. Durch die Etablierung zusätzlicher Wildnisgebiete kann Deutschland seiner Verantwortung für die Umsetzung des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt und den Zielen der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 gerecht werden. Die Erhaltung und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt Mitteleuropas bedarf großer, zusammenhängender und unzerschnittener Flächen, auf denen eine ungesteuerte Entwicklung natürlicher Prozesse stattfinden kann. Wildnisgebiete können diesen Zweck erfüllen.
Gesellschaftlich und politischer Konsens für Wildnis
Je wilder die Natur, desto besser gefällt sie den Deutschen. Das belegen wiederholt die repräsentativen Umfragen der nationalen Naturbewusstseinsstudie. Die Bundesregierung hat in der fortgeschriebenen Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt ihr Ziel untermauert, dass sich bis 2030 auf mindestens zwei Prozent der Fläche Deutschlands die Natur in großflächigen Wildnisgebieten entwickelt. Zudem soll bis 2030 der Flächenanteil der Wälder mit natürlicher Waldentwicklung (NWE) mindestens fünf Prozent der Waldfläche Deutschlands bzw. zehn Prozent der Waldfläche im öffentlichen Eigentum betragen. Auch wenn es für Wildnis in Deutschland einen gesellschaftlichen und politischen Konsens gibt, ist für die praktische Umsetzung nach wie vor ein lebendiger Dialog wichtig, um gemeinsam weitere Flächen zu sichern und so die nationalen Wildnisziele erfüllen zu können. Denn ‚Natur Natur sein lassen‘ klingt einfach, ist es aber nicht.
Die 22 Mitglieder der Initiative Wildnis in Deutschland wollen die Wildnis-Debatte in Deutschland vorantreiben und fördern. Mit der Neuauflage der Broschüre „Wir für Wildnis“ weisen die Naturschutzverbände den Weg zu mehr Wildnis in Deutschland.




