Naturschutzgebiet Königsbrücker Heide

Von der Militärbrache zum Wildnisgebiet

Kurzbeschreibung

Hier entsteht wieder Wildnis auf mehr als 75 Prozent der knapp 7.000 ha Schutzgebietsfläche – vom Rohboden, den einst Panzer schufen, über Silbergrasflure und Trockene Heiden geht die Entwicklung hin zu bodensauren Eichen-Kiefern-Wäldern.

Weichholzauen und Bruchwälder begleiten die mehr als 100 km langen Fließgewässer. Etwa 45 Biberfamilien schaffen Wildnis pur.

Eine Besonderheit ist der direkte Übergang vom durch Grauwacke geprägten Hügelland zum altpleistozänen Tiefland.

Highlights

Dieser Übergang bedingt eine Vielzahl an Lebensräumen und damit an Tier- und Pflanzenarten. Hinzu kommt die reiche Ausstattung an Fließgewässern und Biberweihern sowie an natürlichen Standgewässern und Teichen. In der Königsbrücker Heide wechseln feuchte und trockene Standorte mitunter auf einem Quadratmeter. So finden sich Heidekraut und Glockenheide auf engstem Raum. Die kontinentale Klimatönung kennzeichnen u. a. Vorkommen von Tieflandsfichten. Königsfarn wächst neben Sumpfporst. Seit 2011 zieht ein Wolfrudel jährlich seine Jungen auf. Wölfe haben Biber zum Fressen gern (8%). Zahlreiche, in Sachsen ausgestorbene und in Deutschland stark bedrohte Arten wurden wiederentdeckt, so die Gewöhnliche Gebirgsschrecke, Kiemen- und Kiefenfüße.

Forschung

  • Gebietsmonitoring, einschließlich FFH-Lebensraumtypen und -arten seit 2000/ Hellriegel-Institut/ Fachhochschule Bernburg;
  • Wildmonitoring (Rot-/Schwarzwild) seit 2003/TU Dresden (bis 2014);
  • Thünen-Institut Eberswalde/seit 2015

Lage

Sachsen

Größe

6.932 Hektar

Zonierung

  • Naturentwicklungszone 5.074 ha – Erweiterung* auf 5.556 ha
  • Zone der gelenkten Sukzession 782 ha
  • Pflegezone 1.076 ha/*

* Novellierung NSG-VO, geplant 2017

Auf welcher Fläche findet Wildtiermanagement bzw. Jagd statt und gibt es Pläne diese zu reduzieren?

Nur in der Pflegezone zeitlich eingeschränkt (Monate 08-12)

Auf welcher Fläche wird aktuell dem gemeinsamen Verständnis der Verbände von Wildnisgebieten entsprochen?

Naturentwicklungszone komplett, Teile von Zone der gelenkten Sukzession und Pflegezone = 5.600 ha (geschätzt)

Wildnis erleben

  • Führungen mit dem Geländebus durch das NSG, einschließlich Familienangebot „Wildnis in Biberhand“
  • geführte Wanderungen auf den Besucherpfaden
  • Besucherpfade
    • Biberpfad
    • Turmpfad
    • Zochauer Heidepfad
    • Heidepfad am Alten Dorf
    • Heidewaldpfad zwischen Kroppen und  Zeisholz
  • Besucherangebote online 

Kontakt

Staatsbetrieb Sachsenforst
NSG-Verwaltung Königsbrücker Heide / Gohrischheide Zeithain
Weißbacher Straße 30
01936 Königsbrück

Tel. 03 57 95 / 49 90 100