Naturschutzgroßprojekt Mittlere Elbe

Fördergebiet von gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung

Kurzbeschreibung

Die Flusslandschaft an der Mittleren Elbe zwischen Mulde- und Saalemündung ist geprägt durch die Dynamik und Gestaltungskraft ihrer Lebensader und weist im Vergleich zu anderen großen Flussauen einen relativ hohen Natürlichkeitsgrad auf. Das 9.050 ha große Projektgebiet umfasst u.a. einen der letzten großen, noch weitgehend zusammenhängenden Auwälder Mitteleuropas, der sich in ein vielfältiges Mosaik aus Gewässerlebensräumen und großflächigen Auenwiesenkomplexen einbettet.

Highlights

  • Deichrückverlegung zur Wiedereinbindung von ca. 600 ha Auenlandschaft (überwiegend Hartholzauenwald ) in das Überflutungsregime der Elbe und Herstellung einer natürlichen und eigendynamischen Entwicklung (Prozessschutz)
  • Auenwaldfläche im Projektkerngebiet erstreckt sich über 2750 ha und ist Lebensraum zahlreicher auentypischer Lebensgemeinschaften mit einer außergewöhnlichen Biodiversität
  • Besondere Vielfalt an Altgewässern, Flutrinnen und temporären Auengewässern mit speziell angepassten Tier- und Pflanzenarten
  • Ursprünglicher Lebensraum der letzten heimischen Biberpopulation in Mitteleuropa
  • Einzigartige und kulturhistorisch wertvolle Solitäreichenwiesen sowie großflächige und artenreiche Auenwiesen

Forschung

Lage

Sachsen-Anhalt. Zwischen Dessau und Saalemündung.

Größe

  • Projektgebiet: 9.050 ha
  • Projektkerngebiet: 5.828 ha

Zonierung

Ist-Zustand:

  • Projektgebiet: 9.050 ha
  • Projektkerngebiet: 5.828 ha
  • Prozessschutzfläche: aktuell ca. 800 ha

Langfristig angestrebter Zielzustand (Schutzzonen Biosphärenreservat Mittelelbe) nach Pflege- und Entwicklungsplan zum Naturschutzgroßprojekt Mittlere Elbe:

  • Zone I Totalreservat (Prozessschutz): ca. 2.100 ha
  • Zone I r Totalreservat ( Prozessschutz) nach erfolgter Renaturierung: ca. 210 ha
  • Zone II Auengrünlandflächen: ca. 620 ha
  • Zone III Erhaltungszone: ca. 2.500 ha
  • Zone IV Verbindungsflächen: ca. 290 ha

Auf welcher Fläche findet Wildtiermanagement bzw. Jagd statt und gibt es Pläne diese zu reduzieren?

  • Durch Übertragung und Kauf von Flächen aktuell deutlich reduziertes Wildtiermanagement auf WWF-Eigentumsflächen
  • Zukünftige Regelung des Wildtiermanagements für das gesamte Projektgebiet durch neue  Naturschutzgebietsverordnung nach Ausweisung des Naturschutzgebietes Mittelelbe

Auf welcher Fläche wird aktuell dem gemeinsamen Verständnis der Verbände von Wildnisgebieten entsprochen?

Aktuell sind ca. 800 ha Hartholzauenwald und Auengewässer im Lödderitzer Forst Prozessschutzfläche und Wildnisgebiet.

Besondere Fakten

  • Naturschutzgebiet „ Steckby-Lödderitzer Forst“ 1979 als erstes deutsches Biosphärenreservat von der UNESCO anerkannt
  • Das im 18. Jahrhundert entstandene Gartenreich Dessau-Wörlitz im Biosphärenreservat Mittelelbe ist seit November 2000 Weltkulturerbe der UNESCO
  • Der durch Bejagung und Krankheit um 1900 nahezu ausgerottete Elbebiber fand im Mittellauf der Elbe ein letztes Rückzugsgebiet.
  • Die „Wassernuss“, eine deutschlandweit stark gefährdete aber im Mittelelberaum heute noch vorkommende Wasserpflanze, war bis in das 19.Jahrhundert ein verbreitetes Nahrungsmittel und wurde früher u.a. für Brotmehl verwendet.

Wildnis erleben

Kontakt

WWF Deutschland
Projektbüro Mittlere Elbe
Friedensplatz 8
06844 Dessau-Roßlau

Tel. +49 (0)340/21687-10

Unterstützen

Naturschutzgroßprojekt Mittlere Elbe