Neue Waldwildnis am Possen

Thüringen wird um ein Wildnisgebiet reicher: Auf 1.000 Hektar soll sich künftig der Possenwald bei Sondershausen wieder frei entwickeln dürfen. Weitere 500 Hektar Erholungswald sollen dort naturnah bewirtschaftet werden. Auf diesen Kompromiss konnte sich heute die Koalition in Thüringen nach langwährender Debatte einigen. Umweltministerin Anja Siegesmund hatte sich von Beginn an für den Naturwald stark gemacht. Unterstützt wurde sie dabei von der Bürgerinitiative „Pro Kyffhäuserwald“, den Landesverbänden von BUND und NABU, WWF Deutschland und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt.
Der Possenwald liegt 60 Kilometer nördlich von Erfurt und schafft nun einen wichtigen ökologischen Verbund vom Nationalpark Hainich bis hin zur Hohen Schrecke.

Mehr Informationen:
Pressemeldung des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz

3. Nationalpark in Bayern: Kommunikation verstärkt

Gespräche, Workshops, Online-Befragung: Das bayerische Umweltministerium will sich intensiv mit der Bevölkerung zu einem dritten Nationalpark austauschen. Umweltministerin Ulrike Scharf: „Damit stellen wir sicher, dass alle Anliegen der Menschen aufgegriffen und ausführlich diskutiert werden.“ So soll Vertrauen aufgebaut und gemeinsam mit der Region ein maßgeschneidertes Konzept für einen Nationalpark entwickelt werden. Der Dialog startet in der Donau-Isar-Region und wird nach Abschluss der aktuell mit Hessen laufenden Gespräche zu einem möglichen hessischen Beitrag zu einer Gebietskulisse auf die Rhön ausgedehnt.

Weitere Informationen auf den Webseiten des Bayrischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz und der Gregor Louisoder Umweltstiftung.

Senne-Kurzgeschichte für Kinder

Die Senne ist ein wertvolles und artenreiches Naturparadies in Deutschland. Um vor allem Kinder für diese beeindruckende Region zu begeistern, hat der Förderverein Nationalpark Senne-Eggegebirge e.V. nun das Heftchen „Alex und die Senne“ entwickelt. Groß und Klein erfahren in der Kurzgeschichte nicht nur warum die Senne so schön, wertvoll und vor allem schützenswert ist, sondern auch wodurch sie gefährdet ist.

Mehr Wildnis für Bayern – Dialog zum Auen-Nationalpark

Bayern soll einen dritten Nationalpark bekommen. Neben der Rhön sind noch die Donau- und Isarauen im Rennen. Dort wird der Schutz der einzigartigen Flussauen und buchenreichen Jurawälder diskutiert.
Das bayerische Staatsministerium stellte sich für den Bereich „Isar“ am 23.10.2017 auf einer Dialogveranstaltung in Freising den Fragen der Öffentlichkeit: http://www.stmuv.bayern.de/aktuell/presse/pressemitteilung.htm?PMNr=164/17
Die neue Bürgerinfo „Donau/Isar“ der Gregor Louisoder Umweltstiftung bietet allgemeinverständliche Hintergrundinformationen und Antworten auf häufige Fragen: http://www.umweltstiftung.com/aktuelles/dritter-nationalpark-buergerinfo-donau-isar/

26.-28.10.17: Symposium „20 Jahre Urwald vor den Toren unserer Stadt“, Saarbrücken

Einladung zum Wildnis-Fachsymposium „20 Jahre Urwald vor den Toren unserer Stadt“ vom 26.10 bis 28.10.17 in Saarbrücken.

Im neuen Wald-Infozentrum am Forsthaus Neuhaus referieren Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland zu Biodiversität, Bildung, Ästhetik und Naturleben in Wildnisgebieten. Es erwartet Sie unter anderem eine Präsentation zum Nationalpark Hunsrück-Hochwald und seine positiven Einflüsse auf die Region. Weitere Vorträge zeigen die Bedeutung ungenutzter Wälde auf und geben eine Einblicke auf das Urwald-Projekt aus Investoren-Sicht. Informieren Sie sich über die Kunst der Wildnis,  Zusammenhänge mit Technologie und sammeln neue Erkenntnisse über Wildnisbildung und nachhaltige Entwicklung im Alltag. Zum Abschluss können Sie an einer Exkursion durch das Gebiet des Urwald-Projekts teilnehmen.

Hier geht es zum Flyer mit Programm und Anmeldemöglichkeit.

Weitere Infos finden Sie auch auf der Seite des NABU Saarland.

15.-16.9.17: Seminar „Nationalparke – gut für die Entwicklung der Regionen“, Ebrach

Nationalparke in Deutschland sind auch in wirtschaftlicher Hinsicht ein Gewinn. Sie kurbeln die Regionalentwicklung an und schaffen neue Arbeitsplätze. Im Rahmen der Tagung werden die sozioökonomischen Auswirkungen vorgestellt. Dazu berichten Praktiker aus Nationalparkregionen über ihre Erfahrungen.

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie auf den Seiten des Bund Naturschutz 

NABU Hessen setzt sich für mehr Wildnisgebiete ein

Die Homepage von „NABU Hessen“ wurde jüngst um die Seite „Hessen braucht mehr Naturwald“ erweitert. Diese Seite bietet nun Informationen rund um Wildnisgebiete, Wirtschaftswälder, Waldschutz und biologische Vielfalt in Hessen.

Darüber hinaus sind dort drei Fachartikel von Mark Harthun über die aktuelle Situation der natürlichen Waldentwicklung erhältlich, die 2017 in der Fachzeitschrift „Naturschutz und Landschaftsplanung“ erschienen.

Mehr unter: https://hessen.nabu.de/naturundlandschaft/waelder/waldpolitik/22902.html

 

Bildband: Verborgene Urwälder am Edersee

Naturnahe Wälder sind in Deutschland rar geworden. Um echte, von Laubholz geprägte Urwälder zu finden, muss man in Europa sehr weit reisen. Größere Reste solcher Wälder gibt es nur noch in den slowakischen, ukrainischen und rumänischen Karpaten. Da mag es schon erstaunlich klingen, dass letzte Urwaldrelikte auch mitten in Deutschland als letzte „grüne Inseln im Meer der Zivilisation“ überdauert haben. An den Steilhängen des nordhessischen Eder-Stausees blieb tatsächlich ein Naturschatz bewahrt, der uns heute noch einen kleinen unverfälschten Eindruck von dem vermitteln kann, was einst unsere ursprüngliche Waldlandschaft Mitteleuropas prägte. Entlang der Steilhänge lassen außergewöhnlich vielfältige Waldbilder und uralte Baumgestalten den Besucher in eine „andere“ Waldnatur eintauchen. Sie vermittelt selten gewordene, ästhetische Eindrücke und in der Kombination mit dem Stausee auch ein exklusives Landschaftserlebnis. Schon vor gut 35 Jahren erkannten Wissenschaftler die herausragende Bedeutung dieser uralten Wälder und Urwaldreste. Doch die Naturschätze an den nördlichen Steilhängen des Sees sind in ihrer Einzigartigkeit noch immer kaum bekannt. Mit Ihrem Bildband wollen die Autoren gerade auch auf den prekären Zustand der Wälder in Deutschland aufmerksam machen. „Unsere Bilddokumente zeigen, welche gewaltigen Entwicklungspotenziale gerade in unseren heimischen Laubwäldern stecken, wenn man nur den Mut hätte, sie einfach wachsen und in Würde alt werden zu lassen.“

Der 154-seitige Bildband „Verborgene Urwälder am Edersee – Eine Bilderreise“ (ISBN 978-3-940616-23-4) ist im Ambaum-Verlag (Vöhl) erschienen.

13.9.2017: Symposium „Nationalpark und Regionalentwicklung“ in Bad Lippspringe

Einladung zum Symposium Nationalpark und Regionalentwicklung – Tourismus am 13.09.17  in Bad Lippspringe!

Heute Schießplatz – morgen Erlebnisraum?
Nationalpark Senne – Motor für Tourismus und Regionalentwicklung!

Ziel des Fachsymposiums ist es, die Chancen einer möglichen Nationalparkausweisung für die Senne und Ostwestfalen genauer zu betrachten. Dazu werden Fachleute sowohl aktuelle Studien und Daten als auch Tourismuskonzepte aus Nationalparkregionen präsentieren. Auf dieser Grundlage wollen wir zusammen mit Experten aus OWL der Frage nachgehen, ob und wie ein möglicher Nationalpark Senne zur Förderung des Tourismus und der Regionalentwicklung in OWL und speziell der Senne-Region beitragen kann.

Hier geht es zum Flyer mit Programm und Anmeldemöglichkeit. Klicken Sie hier!

Der heutige Truppenübungsplatz Senne gehört zu den wertvollsten und artenreichsten Naturgebieten in NRW. Offene Heideflächen, Sandmagerrasen, Moore, Auen-, Eichen-Birken- und Kiefernwälder sowie naturnahe Bäche auf einer Fläche von über 10.000 Hektar prägen das Gebiet. Dieses Lebensraumgefüge ist die Grundlage für eine europaweit herausragende Fauna und Flora. Zahlreiche Arten der europäischen Vogelschutzrichtlinie und der der FFH-Richtlinie haben hier einen Verbreitungsschwerpunkt und eines der letzten überhaupt noch verbliebenen Vorkommen in NRW oder in Deutschland. Die Heideflächen sind mit ca. 3.000 ha in der Größe vergleichbar mit denen der Lüneburger Heide.

Die britischen Truppen haben ihren Abzug angekündigt. Nach einer Aufgabe der militärischen Nutzung plant das Land NRW die Ausweisung der Senne als Nationalpark. Für den Nationalpark Senne hat der Förderverein das Leitbild entwickelt: „Erhaltung alter Heide- und Offenlandschaften und neue Wildnis in den Waldgebieten“. Europarc sieht diese Entwicklung als Alleinstellungsmerkmal für die Senne unter allen Nationalparken in Deutschland. Hier soll der Mensch diese einzigartige Natur genießen und erleben können. Dieses Erleben von natürlicher Schönheit, Ästhetik und Vielfalt der Natur wird mit attraktiven Wegenetzen, Erlebniseinrichtungen und gezielten Angeboten der Umweltbildung unterstützt. Damit lässt sich ein naturverträglicher und nachhaltiger Tourismus fördern. Nationalparks können so Motoren einer regionalen Wirtschafts- und Strukturentwicklung sein.

Anmeldung schriftlich oder per E-Mail bei: Nationalpark Koordinierungsstelle im NABU Natur-Infozentrum Senne Arminiuspark 11 33175 Bad Lippspringe Tel. 0 52 52 / 93 80 154 Email: nabu-prinzenpalais@t-online.de Ansprechpartner für Rückfragen: Prof. Dr. Fritz Trillmich: 01 76 / 55 17 76 15 Dipl.-Ing. Erdmute von Voithenberg: 01 79 / 51 52 150

Weitere Infos auf der Webseite des Fördervereins Nationalpark Senne.

Reaktionen auf den Kabinettsbeschluss zum 3. Nationalpark in Bayern

Das bayerische Kabinett hat sich auf Rhön und Donau-Auen als Zielregionen für einen künftigen 3. Nationalpark festgelegt. Naturschutzverbände betonen weiterhin den besonderen Wert der Buchenwälder im Spessart und Steigerwald, begrüßen aber den Willen zu einem Nationalpark.

Für den Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) ist die Entscheidung der bayrischen Landesregierung rein politisch motiviert, da die Region Spessart weiterhin der beste Kandidat aus naturschutzfachlicher Sicht sei.

Der WWF spricht davon, dass Bayern eine einmalige Chance verpasst habe, echter Wildnis einen Platz zu geben. „Zwar haben auch die Rhön und die Donau-Auen Potential. Die Laubwälder im Spessart aber gehören zu den ältesten in ganz Deutschland und sind daher etwas ganz Besonderes. Für ihren Schutz tragen wir nicht nur eine nationale, sondern auch eine internationale Verantwortung“, so Diana Pretzell, Leiterin der Abteilung Naturschutz Deutschland des WWF.

Für den BUND Naturschutz ist der Nationalparksuchprozess in Bayern mit der Kabinettsentscheidung längst nicht abgeschlossen. Der BN hatte von Anfang an betont, dass Bayern das landschaftliche Potenzial für mehr als nur drei Nationalparke hat.

Für das weitere Vorgehen mit den ausgewählten Nationalpark-Kandidaten sei nun die transparente Zusammenarbeit aller Interessensgruppen nötig, wie Wirtschaftsverbänden, der Landwirtschaft, dem Tourismus, Naturschutzverbänden und natürlich der Bevölkerung.

Pressemeldungen zum Kabinettsbeschluss:

Statement im ZGF-Mitglieder-Magazin (Juli 2017):

Weitere Medienberichte unter folgenden Links: